München – Bayerns Abiturienten müssen vor dem Start der Abiturprüfungen keine Klausuren mehr schreiben. Das gilt für die Gymnasien und die Fach- und Berufsoberschulen. Die Schüler könnten sich damit voll auf ihr Abitur konzentrieren, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Sonntag. Ab dem 27. April wird damit nur noch gezielte Prüfungsvorbereitung in den Prüfungsfächern angeboten – und das wegen der coronabedingten Auflagen in kleineren Gruppen. Die Abiturprüfungen an den Gymnasien in Bayern beginnen am 20. Mai. An den Fach- und Berufsoberschulen starten sie ab dem 18. Juni.
„Ich freue mich sehr, dass wir gemeinsam mit Schülern, Lehrern, Eltern und Direktoren eine gute Lösung für das Abitur entwickelt haben“, sagte Piazolo. „Für mich war es am wichtigsten, dass die Schüler sich jetzt ganz auf ihr Abitur konzentrieren können und in der verbleibenden Zeit vor den Prüfungen keine Klausuren mehr schreiben müssen.“ Er betonte: „Es werden in keinem Fach mehr verpflichtende Klausuren vor dem Abitur gefordert.“ Für noch fehlende Leistungsnachweise soll es sehr faire „Günstigerregelungen“ geben – es soll dadurch am Ende also kein Schüler einen Nachteil erleiden.
Am wegen der Corona-Krise bereits verschobenen Start der Prüfungen hält Piazolo deshalb in Abstimmung mit Lehrern, Eltern und Schülern fest. „Eine nochmalige Verschiebung der Prüfungstermine kam für uns im Interesse der Lehrkräfte und der Schüler des aktuellen und des nachfolgenden Abiturjahrgangs nicht in Frage.“
Nach wochenlangen coronabedingten Schulschließungen hatten Bund und Länder am vergangenen Mittwoch einen langsamen Neustart in Stufen beschlossen. Das bayerische Kabinett hatte daraufhin entschieden, dass als erstes sämtliche Abschlussklassen wieder zurück an die Schulen sollten, und zwar ab 27. April.
Die Bezirksschülersprecher der Gymnasien aus Unterfranken, Niederbayern, Schwaben und der Oberpfalz hatten dann gefordert, die Prüfungen auf einen Termin nach den Pfingstferien zu verschieben. Viele Schüler befürchteten offenbar, dass sie noch mehrere Klausuren des laufenden Halbjahres nachschreiben müssen. In dieser Logik wären am Ende nur vier freie Tage zur Vorbereitung der eigentlichen Prüfungen geblieben. Diese Sorgen hält Piazolo nun für erledigt.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bekräftigte unterdessen, dass er eine Verkürzung der Sommerferien wegen der Corona-Krise ablehne. Im Bayerischen Rundfunk sagte er, dass allerdings der Notenschluss in diesem Schuljahr später stattfinden solle. Wegen Corona solle auch kein Schüler sitzen bleiben, das Versetzen auf Probe werde großzügiger ausgelegt, bekräftigte der Ministerpräsident.