Gilching – Normalerweise würde Cornelia Grewe aus Gilching (Kreis Starnberg) in diesen Tagen bei Kochvorführungen in ganz Oberbayern ihre Töpfe und Pfannen präsentieren. Stattdessen sitzt sie am Telefon. „Ich rufe meine bestehenden Kunden noch einmal an“, sagt sie. „Aber viel verkaufen kann ich nicht.“ Grewe ist selbstständige Handelsvertreterin und vermarktet hochwertige Töpfe und Pfannen. Aber auch ihr Geschäft ist – wie das vieler Kollegen – wegen der Corona-Krise eingebrochen. „Wir Handelsvertreter werden leider oft vergessen“, beklagt sie.
Zwar gibt es auch für Vertreter eine Corona-Soforthilfe. „Aber das reicht lange nicht aus“, sagt Grewe. Handelsvertreter, die Produkte wie zum Beispiel Küchen- und Haushaltsgeräte oder Kosmetika direkt an die Endkunden vermitteln, leben von der Provision, die sie von den Herstellern erhalten. Grewes Einnahmen sind komplett weggebrochen: „Meine Produkte sind erklärungsbedürftig“, sagt Grewe. „Die Kunden müssen die Töpfe sehen und das Essen schmecken.“ Doch all das ist aufgrund der Ausgangsbeschränkungen nicht möglich.
Auf das Internetgeschäft auszuweichen, sei jedoch keine Option, da der Kontakt zum Kunden entscheidend sei. Hinzu käme ein weiteres Problem: „Wir leben vor allem vom Neukundengeschäft“, erklärt Grewe. Viele ihrer künftigen Kunden lerne sie auf Messen kennen – doch diese können derzeit ebenfalls nicht stattfinden.
Sie weiß nicht, wie lange sie noch durchhält. „Die Fixkosten laufen ja weiter, auch wenn die Einnahmen fehlen.“ Sie fordert deshalb mehr staatliche Unterstützung: „Handelsvertreter dürfen nicht durchs Raster fallen.“ cla