Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Anita Dietrich, 23, lebt seit ihrer Kindheit in Grünbach, einem kleinen Dorf mit 725 Einwohnern im Landkreis Erding. Für seine überschaubare Größe hat der Ort viel zu bieten, findet die Verwaltungsfachangestellte.
Frau Dietrich, seit wann leben Sie in Grünbach?
Seit 20 Jahren. Ich bin quasi als Baby hergezogen. Meine Eltern haben damals ein Haus gebaut. Davor haben wir in einer Wohnung in Erding gewohnt.
Was gefällt Ihnen hier besonders gut?
Als kleines Kind fand ich den Schlittenberg am Golfplatz toll. Der ist sogar relativ bekannt, die Kinder kommen aus der ganzen Umgebung dorthin. Sonst gefällt mir vor allem die Landschaft. Es gibt rund um das Dorf wunderschöne Lauf- und Joggingrouten. Außerdem noch unsere historische Kirche und nicht zu vergessen das Schloss mit der Brauerei.
Was hat es mit der Brauerei auf sich?
Ich selbst trinke zwar keins und habe es nur mal probiert, aber Grünbach ist bekannt für sein Weißbier und für eine jahrhundertelange Brautradition. Im dazugehörigen Bräustüberl wird bayerische Küche serviert, das ist auch immer gut besucht. Da will ich nach der Corona-Krise mal wieder hin und eine Ente essen. Das Bräustüberl ist im Schloss. Ein Schloss zu haben, das können mit Sicherheit auch nicht so viele Dörfer von sich behaupten.
Was unterscheidet Grünbach noch von anderen Dörfern?
Dafür, dass wir so klein sind – wir haben nur knapp über 700 Einwohner –, gibt es eine große Auswahl an Sportangeboten. Wir haben einen Golfplatz, auf dem viele Erdinger spielen, außerdem ein Fußballfeld und ein Tennisareal.
Würden Sie etwas an Grünbach ändern, wenn Sie könnten?
Ja, dass man hier nicht einkaufen kann. Früher hatten wir mal einen Bäcker, aber der hat zugemacht. Es gibt zwar einen kleinen Tante-Emma-Laden, da gibt es die nötigsten Lebensmittel, aber ein Supermarkt fehlt. Der würde sich vermutlich auch nicht lohnen, weil Grünbach so klein ist. Zum Einkaufen müssen wir deshalb immer nach Erding fahren.
Was kann man sonst über die Infrastruktur sagen?
Die Busverbindung ist mittlerweile richtig gut. Man kommt schnell nach Erding oder Taufkirchen, weil die B 388 direkt durch den Ort führt. Der Bus fährt heute häufiger und auch am Wochenende. Das wurde in den letzten Jahren ziemlich aufgestockt. Früher ist der Bus nur unter der Woche und nur einmal pro Stunde gefahren. Der Letzte kam abends um sechs. Jetzt fährt er bis um 23 Uhr und dazu noch am Wochenende. Leider ist das erst so, seitdem ich meinen Führerschein habe. Interview: Julian Nett