Pause für die Hirten

von Redaktion

Auf dem Sonntagshorn kann man das Vieh getrost alleine lassen

Das Sonntagshorn ist mit 1961 Metern der höchste Berg der Chiemgauer Alpen. Erstmals erwähnt wird der Berg 1566, noch unter dem Namen „Sontag Horn“, erklärt der Münchner Namensforscher Wolf-Armin von Reitzenstein.

In seiner heutigen Schreibweise taucht er 1820 in einem Handbuch für Reisende auf. Da im Bairischen die Sonne „d’Sunn“ heißt, wird das Sonntagshorn in einem anderen Beleg aus dem Jahr 1861 auch volkssprachlich als „Sunntaghorn“ bezeichnet.

Die Erklärung, wie der Berg zu seinem Namen kam, ist schon relativ früh getroffen worden, meint Reitzenstein. Er zitiert aus einem alten Bericht: „An dessen Schultern konnten die Hirten das Vieh am Sonntag auf einer (nicht absturzgefährlichen) Sonntagsweide sich selbst überlassen.“ Daher hatten sie Zeit, in Ruhe ihren religiösen Pflichten nachzugehen, ohne ständig ein Auge auf die Tiere haben zu müssen.

Wie ungefährlich diese Weidefläche ist, davon hat der Namenforscher sich selbst schon überzeugt. „Da kann man auch ganz leicht raufwandern“, sagt Wolf-Armin von Reitzenstein

MIRJAM PRELL

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