Das sind die Rathaus-Koalitionen in Bayerns Großstädten

von Redaktion

CSU und Grüne in Augsburg einig – erneut Schwarz-Rot in Nürnberg

Gut sechs Wochen nach den Kommunalwahlen im Freistaat zeichnet sich nach und nach ab, wie in Bayerns Großstädten künftig regiert werden soll. Auch wenn die bayerische Gemeindeordnung streng genommen keine festen Bündnisse im Stadtrat vorsieht, so werden doch in vielen Städten Koalitionen und Kooperationen geschlossen. Ein Überblick.

. Augsburg

Zwölf Jahre lang hat Kurt Gribl (CSU) die Geschicke der Stadt Augsburg geleitet, in der Stichwahl um seine Nachfolge hat sich seine Parteikollegin Eva Weber durchgesetzt. Und mittlerweile ist auch klar, mit welchem Bündnis die Wahlsiegerin in die kommenden sechs Jahre gehen will: mit einer schwarz-grünen Kooperation. Nach dem Parteivorstand der CSU gab kürzlich auch die Parteibasis der Grünen in einer schriftlichen Mitgliederbefragung dem neuen Bündnis ihren Segen. In einem gemeinsamen Papier vereinbarten die Parteien unter anderem, Augsburg zur klimafreundlichsten Metropole in Bayern zu machen – mit gestärktem Rad- und öffentlichem Nahverkehr.

. Nürnberg

Nachdem CSU-Mann Marcus König der SPD den Oberbürgermeisterposten in der Frankenmetropole abgeluchst hat, sondierten die drei größten Fraktionen im Stadtrat, CSU, SPD und Grüne, für ein großes Dreierbündnis. Doch mittlerweile ist klar: Daraus wird nichts. Wie der Kreisverband der Grünen mitteilte, stehe man für eine Koalition nicht zur Verfügung, weil man die eigenen Themen nicht in ausreichendem Maß wieder finde. Ärger gab es unter anderem über die geplante Besetzung des Stadtdirektor-Postens mit dem als Hardliner geltenden bisherigen Chef der Ausländerbehörde. Die große Einigkeit ist damit vom Tisch. Und es dürfte auf ein schwarz-rotes Bündnis hinauslaufen, das auch ohne die Grünen eine Mehrheit stellen kann.

. Regensburg

Gertrud Maltz-Schwarzfischer hat zwar die Oberbürgermeisterwahl gewonnen, doch die Koalitionsbildung im Stadtrat gestaltet sich schwierig. Denn ihre Partei, die SPD, hat im Stadtrat nur sieben der für eine Mehrheit nötigen 26 Stimmen. Die Verhandlungen mit den Grünen verliefen positiv, doch die Stimmen reichen nicht aus für eine Mehrheit, auch FW, ÖDP und FDP müssten das Bündnis mittragen. Oder die CSU, doch die Gespräche mit den Christsozialen sind noch nicht geführt. Bis zum 14. Mai soll ein Bündnis stehen.

. Rosenheim

Im Gegensatz zu seiner scheidenden Amtsvorgängerin und Parteikollegin Gabriele Bauer kann der neu gewählte Oberbürgermeister Andreas März (CSU) nicht auf eine absolute Mehrheit im Stadtrat zurückgreifen. Deshalb hat die CSU ein Bündnis mit der SPD und dem einzigen FDP-Stadtrat geschmiedet. Die Grünen, die März mit ihrem Kandidaten immerhin in die Stichwahl zwangen, bleiben außen vor.

. Ingolstadt

Mit auf die Sache bezogenen, wechselnden Konstellationen will Ingolstadts neuer Oberbürgermeister Christian Scharpf (SPD) in den nächsten Jahren regieren. Zwischen SPD, CSU und Grünen gibt es eine Abmachung zur Wahl der Bürgermeister. Darüber hinaus sollen aber je nach Thema durchaus andere Mehrheiten möglich sein. dg

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