München – Angesichts des europaweiten Erstarkens von Extremisten fordert der Aktionsrat Bildung besseren Politikunterricht an Deutschlands Schulen. Mängel sehen die Bildungswissenschaftler unter Leitung des Hamburger Unipräsidenten Dieter Lenzen auf mehreren Gebieten. So hat die politische Bildung laut neuem Jahresgutachten des Aktionsrats nur geringes Gewicht in den Lehrplänen. Außerdem fehlt vielen Lehrern die Ausbildung dafür, wie es in dem in München veröffentlichten Papier heißt. Der Aktionsrat ist ein Gremium der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft. Vor allem an Haupt- und Realschulen sehen die Experten Handlungsbedarf. Schüler würden hier „beim Erwerb demokratischer Kompetenzen systematisch benachteiligt“. Die Bildungswissenschaftler halten in ihrem Gutachten fest, „dass der politische Fachunterricht meist erst in der siebten oder achten Klasse startet und in fast allen Bundesländern zu den kleinen Fächern zählt“. Bayern, Thüringen, Berlin und Rheinland-Pfalz seien hier bisher Schlusslichter. Der Aktionsrat moniert darüber hinaus Bildungsmängel in der Lehrerschaft: „Viele von ihnen sind nicht für den Politikunterricht ausgebildet, und es besteht ein sehr hoher Anteil an fachfremd erteiltem Unterricht.“ Für Bayern empfiehlt die bayerische Wirtschaft als Auftraggeber unter anderem Projektwochen zur Demokratiebildung an allen Grundschulen und weiterführenden Schulen. Schon an den Grundschulen könnten „wichtige Vorläuferkompetenzen“ eingeübt werden. Darüber hinaus müsse dem politischen Fachunterricht mehr Zeit im eingeräumt werden. Gelungen sei hier aber die neue gymnasiale Oberstufe für die künftigen G9-Schüler. dw