Asylbewerber spendet Schutzmasken

von Redaktion

Die Katholische Jugendfürsorge München hat vor wenigen Tagen eine unerwartete Spende von 1200 Schutzmasken bekommen. Der 22-jährige Azad Miah Ali Fajor hat sie in seiner Heimat Bangladesch organisiert. Er möchte sich damit bei der KJF bedanken – für die Unterstützung, die er nach seiner Flucht bekommen hatte.

VON KATRIN WOITSCH

München – Als das große Paket plötzlich in seinem Büro steht, kann es Andreas Seefried fast nicht glauben. Azad Miah Ali Fajor hatte ihm zwar angekündigt, dass er eine Masken-Spende organisieren wolle. Doch Seefried hat in den vergangenen Wochen oft genug erlebt, wie schwer es gerade ist, an Schutzausrüstung zu kommen. Und die braucht die Katholische Jugendfürsorge der Erzdiözese München und Freising dringend für ihre Arbeit. Für die Heime, die Migrationsgruppen, die Mutter-Kind-Einrichtungen. „Wir bekommen zwar Masken von der Stadt“, sagt der Projektleiter Seefried. „Aber die reichen nicht aus.“

Azad Miah Ali Fajor hat davon erfahren. Er ist vor fünf Jahren als 16-Jähriger aus Bangladesch nach Deutschland geflüchtet. Damals hat ihm die KJF geholfen, Fuß zu fassen, sich ein neues Leben aufzubauen. Heute steht der 22-Jährige auf eigenen Beinen: Er spricht sehr gut Deutsch, hat den Hauptschulabschluss gemacht und eine Arbeitsstelle in der Gastronomie gefunden. Den Kontakt zur KJF hat er immer gehalten. Er ist ihr dankbar.

Wie dankbar, hat er nun bewiesen. Durch einen Freund in seinem Heimatland ist es ihm gelungen, an 1200 Atemschutzmasken zu kommen. Weitere 1000 sind noch auf dem Weg. Die 550 Euro dafür hat er von seinem schmalen Gehalt bezahlt. „Ich wollte der KJF unbedingt helfen – so wie sie mir geholfen hat“, betont er. „Ich wollte etwas zurückgeben. Das war eine gute Gelegenheit dafür.“

„Ich konnte es fast nicht glauben, dass es ihm wirklich gelungen ist, Masken aufzutreiben“, sagt Andreas Seefried. Ali Fajor ließ das Paket direkt in das Büro des Projektleiters liefern. Auch er war erleichtert, als er den Anruf bekam, dass es angekommen ist. Er hatte nur eine Trackingnummer, um die Sendung zu verfolgen. „Ich wusste deshalb, dass sie angekommen ist“, sagt er. Als sich die KJF-Mitarbeiter bei ihm bedankten, war er glücklich. „Es war ein sehr schönes Gefühl, dass ich helfen konnte“, sagt der 22-Jährige.

So gut Azad Miah Ali Fajor sich in Deutschland integriert hat – ob er hier auch eine Zukunft hat, ist noch ungewiss. Denn sein Asylantrag wurde abgelehnt, ihm droht eine Abschiebung. Doch der 22-Jährige ist ein Optimist. Er versucht gerade, den fehlenden Pass aus Bangladesch zu organisieren, um einen Aufenthaltstitel in Deutschland zu bekommen. Das ist nicht weniger schwer als die Sache mit den Masken. „Es wird sicher noch einige Wochen dauern, bis ich den Pass organisiert habe“, sagt er. Aber Ali Fajor hat Hoffnung, dass es ihm gelingt und er in München bleiben darf – schließlich hat er nun schon einmal etwas geschafft, das fast unmöglich schien.

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