Die Vorbereitungen für den Urlaub dahoam laufen

von Redaktion

Hoffnung auf viele Gäste – Campingplatzbetreiber kritisieren Sanitäranlagen-Schließung

München – Das leere Haus sei ein sehr komisches Gefühl gewesen, sagt Barbara Obermaier vom Pferdehof Rossruck in Fischbachau (Kreis Miesbach). Sie bietet Urlaub auf dem Bauernhof an und vermietet zwei Ferienwohnungen sowie ein Doppelzimmer. „Wir freuen uns richtig, dass es wieder losgeht“, sagt sie. „Wir haben die Gäste schon vermisst.“

Auf die Ankündigung, dass nach der Zwangspause ab 30. Mai wieder Touristen beherbergt werden dürfen, haben viele Hoteliers und Ferienhausvermieter sehnsüchtig gewartet. „Wir sind für den Sommer zu großen Teilen bereits ausgebucht“, erzählt Obermaier. „Ich denke schon, dass viele Besucher kommen werden.“

Damit rechnen auch die Tourismusverbände (siehe Politik). Michael Gerber, Geschäftsführer der GaPa Tourismus GmbH in Garmisch-Partenkirchen, geht davon aus, dass bereits mit der Öffnung der Biergärten ab dem 18. Mai wieder mehr Tagesausflügler anreisen werden. In den Pfingstferien würden dann die Familien folgen, die Urlaub machen. „Unsere Hoteliers, Gastronomen und Anbieter von Freizeitaktivitäten im Ort haben die Zeit genutzt und alle relevanten Vorkehrungen getroffen“, betont Gerber.

Um die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus gering zu halten, ergreifen auch die Tourismusverbände verschiedene Maßnahmen. In der Alpenregion Tegernsee Schliersee versucht man zum Beispiel, den Besucherstrom zu lenken. „Ziel ist, dass sich die Besucher verteilen“, erklärt Vorstand Harald Gmeiner. „Dazu stellen wir zum Beispiel nicht so bekannte Rad- und Wanderrouten mehr in den Vordergrund.“ Um bei einer starken Nachfrage von Urlaubern die Kapazitäten zu erweitern, könnte er sich zum Beispiel vorstellen, weitere Camping-Stellplätze auszuweisen.

Die Auflage für Campingplätze ist allerdings, dass gemeinschaftlich genutzte Sanitäranlagen geschlossen bleiben. „Wir sind sehr skeptisch“, sagt Silvia Demmel. Sie und ihr Mann Josef betreiben den Campingplatz Demmelhof bei Bad Tölz. Besucher, die im Zelt schliefen sowie Übernachtungsgäste im Heu oder in den hauseigenen Übernachtungsfässern seien auf die Sanitärräume mit Toiletten, Waschbecken und Duschen angewiesen. „Auch viele Gäste im Wohnmobil wollen nicht autark sein“, berichtet sie. Bei den Anfragen in letzter Zeit habe sie das Thema vor den Buchungen angesprochen. „Nur ein Viertel hat dann noch gebucht“, sagt sie. Wie die Demmels das Problem lösen werden, wissen sie noch nicht. Eine Möglichkeit sei eine Reduktion der Nutzer. „Vielleicht könnte man eine Zugangskontrolle mit einem Schlüssel oder einer Chipkarte machen“, überlegt Josef Demmel. „Aber das ist schwer umzusetzen und wir müssen erst schauen, wie die genauen Vorschriften sind.“

In ganz Bayern sind die Hoteliers jetzt dabei, die Hygienekonzepte zu vervollständigen. „Wir wollen noch ein Seminar dazu anbieten“, sagt Christoph Winkelkötter von der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung Starnberg/Ammersee. Die Wochen ohne Umsatz seien hart gewesen. Aber: „Wir hoffen, dass die Saison noch versöhnlich ausklingt.“ C. SCHURI

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