Bürgermeister durch gutes Blatt

von Redaktion

INTERVIEW Gemeinderat Antdorf entscheidet per Kartenspiel über Stellvertreter-Posten

Antdorf – Am Ende haben Schafkopf-Karten entschieden: In der Gemeinde Antdorf (Kreis Weilheim-Schongau) war die Wahl zum dritten Bürgermeister so knapp, dass zweimal das Losverfahren angewandt werden musste. Zimmerermeister Karl Kuhn (55) zog die Sau – und bekam das Amt.

Herr Kuhn, wie ist die Wahl abgelaufen?

Bei uns werden keine Kandidaten vorgeschlagen, sondern jeder stimmt in geheimer Wahl für ein Gemeinderatsmitglied. Nach der ersten Abstimmung hatten drei Kandidaten gleich viele Stimmen. Es wurde zum ersten Mal gelost, um eine Stichwahl machen zu können.

Eine Entscheidung gab es damit aber noch immer nicht.

Nein, es war wieder Stimmgleichheit. Also zogen wir noch einmal die Karten – und ich wurde schließlich dritter Bürgermeister.

Wie kam es, dass Sie Spielkarten für den Losentscheid verwendeten?

Wegen der Corona-Krise haben wir im Schützenhaus getagt, weil dort mehr Platz ist. Und dort gibt es eben Schafkopf-Karten. Vor sechs Jahren mussten wir bei der Wahl zum dritten Bürgermeister schon einmal losen. Damals nutzten wir Zündhölzer.

Wer waren damals die Kandidaten?

Die gleichen wie jetzt. Es musste schon damals zwischen dem anderen Stichwahlkandidaten Peter Haberle und mir gelost werden. Vor sechs Jahren wurde er dritter Bürgermeister. Dieses Mal ist es eben anders herum ausgegangen.

Gab es vor der Stichwahl einen Wahlkampf?

Nein, Wahlkampf gibt es bei uns nicht. Wir sehen das im Gemeinderat alle sehr locker und kollegial, ganz ohne Konkurrenzkampf.

Interview: Claudia Schuri

Artikel 3 von 11