Furth – Die Idee für die erste Textzeile kam Matthias Spanrad auf dem Mountainbike. „Ich habe gleich angehalten und mir das aufgeschrieben“, sagt der 35-jährige Lehrer, der am Maristen-Gymnasium im niederbayerischen Furth Deutsch und Geografie unterrichtet. Zurück zu Hause dauerte es keine Stunde mehr, dann hatte Spanrad den Text für das Lied fertig. Gemeinsam mit dem Musiklehrer Matthias Schäffer komponierte er binnen zwei Tagen die Musik. „Das ging fast wie von selbst“, sagt Spanrad.
„Zamhoidn“ heißt das „Lied für die Schulfamilie“, in dem es um das Vermissen der Freunde und der Großeltern geht, aber auch darum, füreinander da zu sein. Es ist ein Lied, mit dem die Lehrer ihren Schülern Mut machen wollen. „Wir wissen, dass es eine schwere Zeit ist, dass Schüler und Eltern großen Belastungen ausgesetzt sind“, sagt Spanrad. „ Mit dem Lied wollen wir sagen: Wir sind für euch da – und wenn wir zusammenhalten, dann überstehen wir auch diese Zeit.“
Ursprünglich geplant war, dass sich das gesamte Kollegium an dem Lied beteiligt. Das erwies sich aber logistisch als nicht durchführbar. Fünf Lehrer sind es nun, die das Lied singen und spielen. Aufgenommen haben sie es teilweise daheim, teilweise im schuleigenen Tonstudio. Und weil Spanrad das Lied auch visuell sichtbar machen wollte, haben sie auch gleich noch ein Video gedreht. Es steht nun auf der Homepage der Schule und den sozialen Netzwerken. „Wir haben als Schule auch schon vor Corona sehr viel mit sozialen Netzwerken gearbeitet“, sagt Spanrad. „Das hat sich nun verstärkt.“ Aber, darauf legt der Lehrer großen Wert, auch wenn jetzt sehr viel über die Digitalisierung während der „Schule dahoam“ gesprochen werde, dann sollte dabei die psychische Situation der Kinder nicht außer Acht gelassen werden. „Ein funktionierender Computer ist zweifellos wichtig“, sagt Spanrad, „bringt aber nichts, wenn es dem Kind, das davor sitzt, immer schlechter geht.“
Dass die Lehrer mit ihrem Lied einen Nerv getroffen haben, zeigen die vielen positiven Reaktionen. Seine Tochter hätte beim Anhören Tränen in den Augen gehabt, schreibt ein Vater. „Wird Zeit, die Schule wieder von innen zu sehen.“ oss