Germering/Tirol – Offenbar wegen zu hoher Geschwindigkeit ist ein 24-Jähriger in der Nacht zum Dienstag mit seinem Audi in den Tiroler Plansee geschleudert und ertrunken. Sein 18-jähriger Beifahrer konnte sich in letzter Sekunde noch befreien. Er überlebte.
Der Wagen war kurz vor Mitternacht von der Uferstraße abgekommen. Zwei Spaziergänger gingen gerade an dem 77 Meter tiefen Bergsee entlang, als das Auto an ihnen vorbeischleuderte. Am Steuer saß der Mann aus Germering (Landkreis Fürstenfeldbruck), der gebürtig aus München kommt und dessen Familie einen weiteren Wohnsitz im Tiroler Lechtal bei Reutte hat.
Er war in Richtung Bayern unterwegs. Die Straße führt dort entlang des Sees und danach über Ammerwald an die Grenze. Der Audi war getunt – mit Aluminiumfelgen, Niederquerschnittsreifen und Sportauspuff.
Möglicherweise hatte der junge Mann wegen überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über das Auto verloren. „Der Wagen prallte erst gegen die linke Böschung und dann auf die andere Seite in den See“, berichtete gestern ein Polizeisprecher in Innsbruck. Das Auto raste über die rund drei Meter hohe Böschung und flog danach rund 20 Meter weit in den Plansee. Der Kofferraum sprang dabei auf, der Beifahrer kletterte daraus ins Freie und schwamm ans Ufer. Der Fahrer versank mit dem Auto in dem hier acht Meter tiefen See.
Die beiden Spaziergänger verständigen sofort Polizei, Wasserrettung und Feuerwehr. „Bei solchen Einsätzen versucht man besonders schnell vor Ort zu sein“, sagt der Berwanger Feuerwehrkommandant Wolfgang Scheucher. Schlauchboote wurden in das sieben Grad kalte Wasser gelassen, Taucher arbeiteten sich zum Auto vor, dessen Scheinwerfer unter Wasser noch leuchteten.
Der Fahrer wurde schließlich leblos geborgen, alle Wiederbelebungsmaßnahmen blieben ohne Erfolg. Das Autowrack wurde per Abschleppwagen aus dem See gezogen.