München – Die Pfingstferien dürften diesmal eine rein innerbayerische Veranstaltung werden: Denn die Grenzen sind – für normale Touristen – bis zum Ende der Ferien am 14. Juni weitgehend verschlossen. Der ADAC rät dringend, die bis dahin gültige weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amts bei der Urlaubsplanung zu beachten und Erholung in Bayern zu suchen. Nur an der Grenze zu den Niederlanden sowie Luxemburg wird jetzt schon auf systematische Kontrollen verzichtet. Nach Österreich hingegen darf man nur mit einem stichhaltigen Grund – und ein normaler Urlaub zählt nicht dazu, wie ADAC-Verkehrsexperte Alexander Kreipl erläuterte. „Wir empfehlen natürlich, sich an die gängigen Reisewarnungen zu halten.“ Bis 14. Juni „werden wir nicht dazu raten, nach Österreich oder Südtirol zu fahren“, sagt er. Der Urlauber solle kein Risiko eingehen.
An den österreichischen Grenzen soll bis zum Ende der Pfingstferien streng kontrolliert werden (siehe Artikel unten) – am vergangenen Samstag etwa wurden allein am Grenzübergang Füssen/Reutte 400 Motorradfahrer aus Deutschland von österreichischen Grenzern zurückgewiesen. Nur die Durchreise nach Italien ist ab 3. Juni möglich.
Unklar ist, welche Konsequenzen Urlaubern drohen, die sich trotz der strikten Kontrollen wie auch immer über die Grenze mogeln. Die großen Versicherungskonzerne bleiben offiziell gelassen. „Die internationalen Verträge der Krankenkassen gelten weiterhin wie üblich, da gibt’s keine Einschränkungen“, sagt Peter Schieber von der Techniker Krankenkasse in Bayern. Eine Reisewarnung hebele den Krankenversicherungsschutz nicht aus. Ähnlich beurteilt die HUK Coburg die Gültigkeit von Kfz-Haftpflicht und -Kasko in den Urlaubsländern Österreich und Italien: „Wenn Sie nach Österreich fahren und Sie haben einen Unfall, dann sind Sie weiterhin normal versichert“, sagt eine Sprecherin. „Da spielt eine Reisewarnung keine Rolle.“
Auch der ADAC versichert: „Unser Ambulanzdienst war und bleibt auch in Corona-Zeiten aktiv. Es werden weiterhin erkrankte Versicherte transportiert und andere Leistungen wie medizinische Beratung und Medikamentenversand erbracht, allerdings zu erschwerten Bedingungen.“ So könne die Rückholung von Patienten aus dem Ausland länger dauern, auch Corona-Tests sind eventuell Pflicht. Die Rückholung von Pannen-Fahrzeugen etwa aus Italien ist derzeit gar nicht möglich.
Daher rechnet der ADAC damit, dass das Gros der Pfingsturlauber diesmal in Bayern bleiben wird. Hier gibt es auch eine gute Nachricht: Der Autobahn-Nordring A 99 etwa sei derzeit baustellenfrei. Stark belastet werden dürfte die A 7 Ulm–Füssen – wegen der Urlaubswelle, die ins Allgäu rollt. Auch auf der A 95 München–Garmisch-Partenkirchen herrscht an den gewohnten Stellen – Starnberger Dreieck, Autobahnende bei Eschenlohe – Staugefahr.
Wegen der Angst vor möglichen Ansteckungen sieht der ADAC übrigens eine Renaissance des Autos. Fernzüge würden bei anstehenden Urlaubsreisen wahrscheinlich gemieden. „Der Autourlaub wie in den 1970er-Jahren wird ein Comeback erleben.“