Leichen stammen von vermisstem Paar

von Redaktion

Kipfenberg – Das letzte Lebenszeichen von Sabine P. und Eugen S. gab es am 22. September 2002 um 2 Uhr morgens vor der Wohnung des damals 21-Jährigen Ingolstädters, der zuvor mit seiner 23-jährigen Freundin im Film-Café gesehen wurde. Seitdem war das Pärchen spurlos verschwunden. Bis am 2. Mai ein Sondengänger auf der Suche nach alten Gegenständen im Boden im Birktal bei Kipfenberg (Kreis Eichstätt) menschliche Knochen und einen Schädel entdeckte. Die Polizei grub an der Stelle weiter. Das Erdreich wurde in einer Halle zerkleinert und gesiebt. Dabei konnten Zähne und weitere Knochen gesichert werden.

Die menschlichen Überreste wurden anhand der DNA den Vermissten zugeordnet, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Nord gestern bekannt gab. In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ingolstadt richtete die Kripo eine Ermittlungsgruppe ein. Die Fundsituation legt den Verdacht nahe, dass das Pärchen vor 18 Jahren umgebracht und im Wald verscharrt wurde. Im Jahr nach dem spurlosen Verschwinden der beiden erhielt die Kripo laut „Donaukurier“ Hinweise, wonach Sabine P. und Eugen S. ermordet wurden. Vier Beschuldigte in Rauschgiftverfahren hätten unabhängig voneinander davon berichtet, dass Dealer die zwei Ingolstädter getötet hätten, weil Eugen seine Schulden bei ihnen nicht bezahlt hatte. Beide hatten Drogenprobleme.

Sabine P.s Mutter sagte dem „Donaukurier“ vor einem Jahr, sie gehe davon aus, dass ihre Tochter tot ist. Möglicherweise umgebracht von jemandem aus dem Drogenmilieu, das damals von Russlanddeutschen kontrolliert wurde. Weitere sechs Jahre später hatte dem Bericht zufolge ein Informant den Ermittlern erzählt, Eugen und Sabine seien umgebracht und entsorgt worden. Man habe die Leichen in offenen Gräbern verschwinden lassen, in denen am kommenden Tag andere Menschen beerdigt werden sollten. Die Polizei hätte daraufhin ein Grab am Ingolstädter Westfriedhof öffnen lassen – doch es wurde keine zweite Leiche gefunden. Die Polizei widerspricht dieser Schilderung nicht.

Sabine P.s Mutter hoffte bis zuletzt immer noch auf ein Wunder: „Ich denke noch jeden Tag an sie. In der Früh schon, ihr Bild steht an meinem Bett,“ sagte sie vor einem Jahr.

Wie die beiden ums Leben kamen, ist unklar. Die Polizei wollte sich dazu noch nicht äußern. JOHANNES WELTE

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