Lenggries – Die Gemeinde Lenggries (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) ist tief erschüttert. Bürgermeister Markus Landthaler, der erst im Mai das Amt von seinem Vorgänger Werner Weindl übernommen hatte, hat an Fronleichnam im Alter von 50 Jahren einen tödlichen Herzinfarkt erlitten. „Die herbeigerufenen Rettungskräfte und die Ärzte im Krankenhaus konnten nichts mehr für ihn tun“, sagt Vize-Bürgermeister Franz Schöttl.
Trotz der Corona-Krise hatte Landthaler seinen Einstand im Rathaus souverän gemeistert. „Schon in der ersten Gemeinderatssitzung, die er geleitet hat, hatte er meinen ganzen Respekt“, sagt Schöttl über den Kommunalpolitiker, der bis zu seiner Wahl bei der Tölzer Polizei gearbeitet hat. Er sei immer darum bemüht gewesen, „einen Ausgleich zu schaffen. Er hat immer gesagt: Reden wir doch noch einmal drüber.“ Tiefe Menschlichkeit habe Markus Landthaler ausgemacht.
„Es ist für jeden einfach unfassbar“, sagt Schöttl. „Unsere Gedanken sind bei seiner Frau Annett und den Töchtern Maria und Carolin. Alle wünschen ihnen viel Kraft in diesen schweren Stunden.“
Markus Landthaler war einer, „der die Verantwortung immer angenommen hat – ob bei der Polizei, bei der Wasserwacht oder eben als Kommunalpolitiker“, sagt Landrat Josef Niedermaier, der sich am Freitag tief bestürzt zeigte vom Tod des 50-Jährigen. Er sei geradlinig gewesen und zu 100 Prozent ehrlich – und immer auf der Suche nach der besten Lösung für alle. Bevor er Bürgermeister wurde, war Landthaler zwölf Jahre Mitglied des Lenggrieser Gemeinderates. Auch die Tölzer Polizei trauert um den beliebten ehemaligen Kollegen, der seit 1987 bei der Polizei war und zuletzt als Dienstgruppenleiter gearbeitet hatte. Markus Landthaler selbst begeisterte sich für die Geschichte seines Heimatortes und liebte die Berge. Einmal im Jahr nahm er sich eine Auszeit und verbrachte vier Wochen auf der Rosssteinalm. VERONIKA AHN-TAUCHNITZ