Japanische Lobeshymnen

von Redaktion

MEIN DORF Andreas Faltermaier liebt das weltoffene Kemoding

Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Andreas Faltermaier, 64, pensionierter Betriebsratsvorsitzender bei der Post, ist in Kemoding im Landkreis Erding geboren. Zehn Jahre lebte er im Nachbardorf, da er in Kemoding keine Baugenehmigung bekam. Vor 30 Jahren erhielt er sie dann doch, und so kehrte er in die Heimat zurück.

Was machen Sie so, da draußen in Kemoding?

Ich bin Mitglied im Stopselclub und ich betreue unsere Homepage, www.kemoding.de. Es passiert doch immer wieder etwas Aktuelles, was man da reinschreiben kann. Außerdem gibt es bei uns noch einen zweiten Verein, die Oldtimerfreunde, die veranstalten große Oldtimer-Treffen. Dabei hat Kemoding nur 80 Einwohner! Das Dorf gibt es aber schon seit 1127. Außerdem haben wir ein Wirtshaus, einen Maibaum – und eine kleine Kirche, seit 20 Jahren.

Sie haben erst seit 20 Jahren eine Kirche?

Ja, die hab’ ich mit meinem Bruder gebaut, als Dank dafür, dass ich wieder nach Kemoding zurückkommen durfte. Dafür haben auch viele was gespendet, eine Frau hat zum Beispiel die Glocke gestiftet. So ist die Kirche ganz ordentlich geworden, sie steht auch an einer sehr schönen Stelle.

Was gefällt Ihnen noch an Kemoding?

Die Menschen sind sehr tolerant und weltoffen bei uns. In den vergangenen Jahrzehnten sind manche ausgewandert, dann wieder zurückgekommen und haben sehr viele Gäste mitgebracht. Wir hatten Menschen aus aller Herren Länder bei uns: Japaner, Russen, Türken, Amerikaner, Brasilianer, Schweden, Italiener, Franzosen… Vor einigen Jahren hat etwa ein japanischer Gast eine wahre Lobeshymne auf Kemoding gesungen. Er hat geschrieben, dass er sehr viel in der Welt unterwegs war, aber dass Kemoding der Höhepunkt war.

Nein!

Doch! Wir haben noch andere Freunde aus Japan, die haben wir im Hofbräuhaus kennen gelernt und sie haben uns dann auf ihrer Hochzeitsreise besucht. Die waren in tollen Hotels, waren in Salzburg, Neuschwanstein – und danach haben sie uns geschrieben: „Aber in Kemoding war es am schönsten.“

Ja, was ist denn bitte so toll an Kemoding?

Die Stimmung. Wenn Leute kommen, werden sie gefragt, wo kommst Du her, wo fährst Du hin – bei uns ist einfach eine entspannte Atmosphäre, jeder bemüht sich, über den Gartenzaun hinaus zuschauen. Auch im Wirtshaus setzt man sich halt dazu und kommt ganz unkompliziert ins Gespräch. Insgesamt ist das hier alles wirklich sehr harmonisch.

Interview: Nina Praun

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