Neues Jodschwefelbad eröffnet

von Redaktion

Bad Wiessee – Viel Licht, edle Hölzer und Fliesen, Wasserläufe und sorgsam arrangiertes Grün: Der Neubau des Jodschwefelbads besticht durch seine Architektur. Dreieinhalb Jahre nach der Schließung des historischen Jodschwefelbads hat in Bad Wiessee der Neubau seinen Betrieb aufgenommen. Der Starttermin hatte sich wegen der Corona-Pandemie verzögert, am Montag aber ist das 7,6 Millionen Euro teure Bad (3,2 Millionen kommen vom Freistaat) offiziell eröffnetworden. Es fungiert als Massagepraxis mit Badeabteilung und hat als Gesundheitseinrichtung die Betriebserlaubnis erhalten. „Endlich“, wie Geschäftsführerin Renate Zinser seufzt.

In 14 Bade-Kabinen mit Wannen ist der Gast für sich. Die Mitarbeiterinnen („Badefrauen“) tragen Mundschutz, die Gäste nicht. Denn in der Kabine, die nach jeder Nutzung desinfiziert wird, ist jeder für sich alleine. „Der Gast kann sich bei uns frei entspannen“, sagte Renate Zinser.

Jodschwefelwasser wird in Bad Wiessee aus natürlichen Quellen aus über 370 Metern Tiefe gewonnen und vor der Anwendung aufbereitet. Die Quelle wurde 1909 von Bergbauingenieur Adrian Stoop entdeckt, der eigentlich auf Ölsuche war. Na ja, etwas Öl enthält das Wasser tatsächlich, doch das wird ebenso wie Gas abgeschieden. Etwas Parafin erzeugt ein wohliges Badegefühl. Laut Eigenwerbung regt das weiche Wasser das Immunsystem „nachhaltig“ an und ist gut bei Durchblutungsstörungen und Hautproblemen. Außerdem: „Es wirkt bei niedrigem und hohen Blutdruck, das kann keine Tablette dieser Welt“, sagt Geschäftsführerin Zinser.

Auch Sprühbäder, Augenbäder und Massagen werden im neuen Jodschwefelbad angeboten – das kostet allerdings zusätzlich. Der Preis ist weit höher als früher: 40 Euro für eine Stunde. 28 Euro waren es im alten, 2016 geschlossenen Bad. Doch das war ja am Ende auch baufällig.  jm

Öffnungszeiten

Mo-Fr 8 bis 19 Uhr; Sa, So, Feiertag 8 bis 17 Uhr. Anmeldung unter (0 80 22) 86 08 0

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