München – Beschäftigte von Abfertigungsdiensten am Flughafen München haben am Freitag gegen die bisherige Kurzarbeiterregelung protestiert. Kai Winkler von der Gewerkschaft Verdi schätzt, dass fast 95 Prozent des Bodenpersonals seit drei Monate überhaupt nicht mehr gearbeitet haben. Sie erhalten Kurzarbeitergeld. Für manche bedeute das, dass sie mit weniger als 700 Euro im Monat auskommen müssten. An der Kundgebung nahmen etwa 50 Beschäftigte teil – mehr waren aufgrund der Corona-Vorsichtsmaßnahmen nicht zugelassen.
Zwar zahlen die Flughafen München GmbH und ihre Tochter Aeroground ihren Beschäftigten einen Zuschlag zum Kurzarbeiterlohn, die sogenannte Aufstockung, sodass der wegfallende Lohnbestandteil im Endeffekt zu 95 Prozent ersetzt wird. Doch beileibe nicht alle Firmen haben einer Aufstockung zugestimmt. Große Abfertiger wie CAP oder Swissport-Losch gewähren bisher keine Aufstockung, die Arbeitnehmer erhalten nur 60 Prozent bzw. mit Kindern 67 Prozent ihres Lohns. Dagegen wurde am Freitag bundesweit an Flughäfen protestiert. Nicht aufzustocken, sei „eine Schande und Ausdruck mangelnder Wertschätzung“, sagt Verdi-Sprecher Winkler.
Der Arbeitgeberverband der Bodenabfertiger, kurz ABL, hält die Aufstockung aufgrund der aktuellen Situation für nicht möglich – die Rücklagen der Firmen seien schlicht aufgebraucht. dw