München – Nach langer Corona-Zwangspause ist an bayerischen Schulen ab Montag Sportunterricht erlaubt – wenn auch unter Auflagen. Das teilte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) mit. „Ich freue mich sehr, dass wir damit das wichtige Anliegen vieler Schüler und Eltern erfüllen können“, sagte er. „Sportunterricht ist ein essenzieller Bestandteil der Schule.“ Ein Hygieneplan sieht für den Schulsport Auflagen vor, wie sie auch für den Vereinssport gelten. Unter anderem gilt ein Mindestabstand von 1,5 Meter, der Mannschaftssportarten wie Fuß- oder Basketball praktisch ausschließt. Bei gemeinsamer Nutzung von Sportgeräten müsse desinfiziert werden. In Sporthallen gilt eine Beschränkung der Übungszeit auf 60 Minuten, bei Klassenwechsel ist „ein vollständiger Frischluftaustausch“ Bedingung. Möglich sei etwa Badminton, Leichtathletik oder Turnen.
Im Musikunterricht ist jetzt wieder Instrumentalunterricht erlaubt. Die Bestimmungen sind detailliert: Das Klavier etwa muss nach jedem Benutzer desinfiziert werden. Im Schulorchester müssen sich Querflöten und Holzbläser an den Rand platzieren, weil sie die meisten Aerosole ausstoßen. Singen inder Gruppe bleibt verboten, im Einzelunterricht ist es erlaubt.
Insider rechnen nicht damit, dass die Lockerungen an jeder Schule umgesetzt werden. „So eine Regelung hätten wir bis spätestens Ende der Pfingstferien gebraucht“, heißt es. Jetzt komme sie zu spät. Sportlehrer seien zum Beispiel für die Notbetreuung eingeplant, auch müssten die Schulen ihre Stundenpläne umwerfen, was sich fünf Wochen vor den Ferien nicht mehr lohne. DIRK WALTER