Auch wenn es hier um Bergnamen geht, wollen wir heute mit einem See beginnen. Der Spitzingsee im Landkreis Miesbach ist mit seinen 0,28 Quadratkilometern eher eine Pfütze im Vergleich zu den Nachbargewässern Schliersee (2,22 km2) und Tegernsee – der rund 30-mal so groß ist. Aber das beschauliche Gewässer ist den Münchnern eine beliebte Badewanne, auch, weil man im Mangfallgebirge wunderbar wandern kann. Und viele haben hier in den Bayerischen Voralpen das Skifahren gelernt.
Aber warum heißt der See eigentlich Spitzingsee? Laut dem Namenforscher Wolf-Armin von Reitzenstein geht der Name auf die nahe 1683 Meter hohe Brecherspitz zurück. Für den Bergnamen gibt es verschiedene Quellen. 1566 steht der tatsächlich sehr spitze Gipfel auf der sogenannten Apian-Karte als „Spitzing“. Auf einer Karte von 1671 heißt er „Spizing“, in anderen Quellen „Brechl Spiz“ (1774), „Brechenspitz“, „Brechenspitz“ und „Am Brecherspitz“ (1844).
„Ich vermute, dass ein Almbesitzer dahintersteckt, der Brecher oder Brechl hieß“, sagt Reitzenstein. Das komme durchaus häufiger vor, erklärt der Experte. Eine Alm werde nach dem Bauern benannt und der Almname wandere dann auf zum Bergnamen. „Aufwandern“ ist ein Fachbegriff aus der Bergnamenforschung.
Früher hieß der Spitzingsee übrigens anders. In einem Beleg von 1460 stehe er noch als „Stumpfsee“, berichtet Reitzenstein. Das deute auf den ebenfalls nahen 1506 Meter hohen Stümpfling hin, der 1774 als „Stimpflenberg“ und 1825 als „Stümpflingberg“ oder „Stümpfing“ in Quellen zu finden ist. Reitzenstein vermutet, dass auch hier der Name des Almbauern Pate stand. Es sei aber nicht auszuschließen, dass der Berg wegen seiner eher stumpfen, abgerundeten Form seinen Namen bekommen habe. So oder so: Irgendwann habe der See sich dann namentlich der Brecherspitz zugewandt. Warum, das sei nicht überliefert. wha