Prozess im Mordfall Baumer beginnt

von Redaktion

Regensburg – Wird der Tod von Maria Baumer nach acht Jahren doch aufgeklärt? Morgen beginnt vor dem Landgericht Regensburg der Prozess gegen den 35 Jahre alten Verlobten der Frau. Die Staatsanwaltschaft legt ihm Mord zur Last. Der Mann soll heimtückisch und aus niederen Beweggründen gehandelt haben. Er war 2013 schon einmal ins Visier der Ermittler geraten, aber zunächst wieder freigekommen. Ende 2019 wurde er dann erneut festgenommen.

Der Anklage nach hatte der Mann seiner Verlobten zunächst ein Beruhigungsmittel verabreicht und anschließend eine Überdosis eines weiteren Medikamentes. Dadurch soll es – mit hoher Wahrscheinlichkeit – zum Atemstillstand gekommen sein. Anschließend soll er die bewusstlose Frau beziehungsweise deren Leichnam in einem Wald in eine Grube gelegt und mit chemischen Mitteln bestreut haben, sodass sich die Gewebeteile verflüssigten. Er meldete die Frau als vermisst.

Auf diese Weise habe der Mann, ein deutscher Staatsangehöriger, verhindern wollen, dass die Leiche identifiziert und die Todesursache festgestellt wird. Die Anklagebehörde geht davon aus, dass der Mann eine neue Beziehung mit einer anderen Frau habe eingehen wollen, ohne die Verlobung mit Maria Baumer lösen zu müssen. Zudem habe er mit dem Verschwinden der jungen Frau auch seinen Studienabbruch vor Angehörigen rechtfertigen können.

Die 26-Jährige war im Mai 2012 verschwunden. Ihr Verlobter habe nach dem Joggen die Wohnung leer vorgefunden. 16 Monate später fanden Pilzsammler ihr Skelett in einem Wald bei Regensburg. Die Ermittler stützen sich auf eine Reihe von Indizien. Unter anderem hatten Spezialisten bei einer erneuten Untersuchung von Maria Baumers Kleidung und Haaren Medikamente nachweisen können. Außerdem soll der Beschuldigte etwa zehn Tage vor dem Verschwinden der Frau im Internet nach den Begriffen „Lorazepam letale Dosis“, „der perfekte Mord“ und „tödliche Dosis Insulin“ gesucht haben.

Der 35-Jährige leugnet die Tat, es wird erwartet, dass er sich zum Prozessauftakt nicht äußern wird. Der Prozess ist zunächst bis Anfang Oktober terminiert. Es sollen den Angaben zufolge 65 Zeugen und 18 Sachverständige gehört werden.  lby

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