Zolling – Eine Frau ist am Samstag beim Schwimmen im Anglberger Weiher in Zolling (Landkreis Freising) von einem großen Fisch gebissen worden. Es handelte sich vielleicht sogar um einen Hecht. Nach dem Vorfall ließ die Gemeinde am Weiher Warnschilder aufstellen, die vor großen Fischen warnen: „Baden auf eigene Gefahr!“, steht darauf. Außerdem ist das Bild von einem Hecht mit weit aufgerissenem Maul darauf zu sehen.
Gleich nach dem Vorfall informierten Bekannte der Frau die Polizei. Hinzugezogene Fisch-Spezialisten waren der Auffassung, dass es sich bei den Bissspuren um einen Hecht handeln dürfte, etwa 80 Zentimeter groß. Die Haut am Fuß der Frau war aufgerissen und aufgeschürft, berichtet Elena Völz vom Ordnungsamt in Zolling. „Der Fuß ist aber noch dran.“ Die Gemeinde habe reagieren müssen und deshalb die Warnhinweise aufgestellt. „Damit keine Hysterie entsteht, wir hätten hier Nessie im Weiher“, sagt Völz.
Überraschend ist die Hecht-Attacke, weil die teils über einen Meter großen Tiere normalerweise flüchten, wenn sie einen Menschen sehen. Deshalb hat Thomas Funke vom Landesfischereiverband Bayern (LFV) Zweifel daran, dass es sich bei dem Fisch tatsächlich um einen Hecht gehandelt hat: „Ein Hecht ist eigentlich immer weg, sobald er den Menschen im Wasser bemerkt – und Hechte bemerken uns immer.“
Dass der Raubfisch in vielen Gewässern in Bayern vorkommt, kann er dagegen bestätigen: „Früher hat man viele Weiher mit Hechten besetzt. Heute hat sich das geändert, weil man gemerkt hat, dass sich der Bestand dadurch kaum verändert.“
Der Anglberger Weiher ist allerdings nicht mit Hechten besetzt. Aber: „Hechteier sind sehr klebrig und werden im Wasser in Ufernähe gelegt“, erklärt Funke dazu. So könnten Gänse oder Wasservögel damit in Kontakt kommen und die Eier als blinde Passagiere in Weihern landen.
Angst brauche man vor Fischen in Bayern aber grundsätzlich nicht zu haben, betont der LFV-Sprecher Funke: „Fische haben eigentlich keinen Grund, sich mit Menschen anzulegen. Bei uns gibt es auch keine Fische, für die wir eine Beute sind.“ ANDREAS BESCHORNER MAYLS MAJURANI