Jede Woche beantwortet ein Oberbayer Fragen rund um seine Heimat. Adolf Breitenberger, 81, lebt in Arnbach im Landkreis Dachau. Er hat hier eine Landwirtschaft betrieben und später bei der Sparkasse gearbeitet.
Herr Breitenberger, sind Sie in Arnbach geboren?
Ja, und vor 77 Jahren bin ich hier in den Kindergarten gegangen. Denn in Arnbach gibt es schon seit 1927 einen Kindergarten beziehungsweise damals eine „Kinderbewahrungsanstalt“. Unsere Betreuerinnen waren Nonnen.
War das dort recht streng?
Nein, das war ganz locker.
Was gibt es noch außer dem Kindergarten?
Nun, wir haben hier zehn Vereine. Die sind wirklich eine gesellschaftliche Stütze für den Ort! Ohne die Vereine wäre ein Leben in so einer Ortschaft gar nicht mehr möglich, sie sorgen für alles Gesellschaftliche, für die Unterhaltungsmöglichkeiten, Sportmöglichkeiten, für die Freizeitgestaltung, für alles.
Sind Sie dort engagiert?
In den meisten bin ich Mitglied, im Veteranenverein, in der Dorfchronik, im Schützenverein, im Sportverein…
Was machen Sie denn im Sportverein?
Mit 81 Jahren macht man da nichts mehr, ich bin nur noch passives Mitglied. Aktiv war ich aber auch in der Feuerwehr und im Schützenverein. Und 40 Jahre war ich Kirchenpfleger, in der Kirche St. Nikolaus. Wir hatten eine sehr aktive Kirchenverwaltung, und uns ist es damals gelungen, den Verkauf von unserem Pfarrhof zu verhindern. Er wurde renoviert, dort sind jetzt die Jugendarbeit und die Altennachmittage – er ist also der Allgemeinheit wieder zugänglich gemacht worden.
Und Sie haben bei der Ortschronik mitgeholfen.
Ja, acht Jahre haben wir in Kirchenbüchern und im Staatsarchiv Nachforschungen angestellt. 2005 haben wir sie rausgebracht. Die gesamten Ereignisse von 1610 bis dato sind darin aufgezeichnet.
Gibt es in Arnbach noch ein Gasthaus?
Seit zehn Jahren ist unsere Wirtschaft geschlossen. Damals ist der Wirt leider gestorben. Aber wir haben ein Sportheim mit einem sehr aktiven Wirt, das ist jetzt der gesellschaftliche Treffpunkt.
Da kann man auch abends auf ein Bier hingehen?
Auf ein Bier am Stammtisch oder sonntags zum Mittagessen. Das ist ein sehr guter Ersatz für unseren Wirt.
Interview: Nina Praun