Am Boulevard des Leopold, da war mir einst ein Mädchen hold, ein Lieschen. Ein Taubenpärchen schnäbelte, das Mägdelein, das schwäbelte ein bisschen.
Ich führt’ sie hin auf eine Bank, wo sie mir an das Brustbein sank, errötend. Gleich tönt’s aus einem Blätterstrauch, dort lag der Pan am Götterbauch, frech flötend.
Der Morgen graut’, der Morgen naht, sie drängt zurück zum Tugendpfad: Du Schlimmer! Und wenn das auch betrüblich ist, ich bracht’ sie heim, wies üblich ist, täts nimmer!
Hätt sie gewohnt in Berg am Laim, doch sie war weit von dort daheim – in Kempten!
Sie teilt’s mit frohem Munde mit,
ich hörte diese Kunde mit Befremden.
Im Auto träumt’ sie süßen Traum, bei Landsberg fuhr ich an den Baum um sechse. Ich setzt’ sie in den Morgenzug, wobei sie mich voll Sorgen frug, die Hexe:
„Wia hämersch denn, du wüaschta Bua, gib mir as Fahrgeld au derzua!“ Das Letzte! Wenn ich in Schwabing schwäbeln hör, verlangt’ ich nie zu schnäbeln mehr, entwetzte.
Aus dem Buch „Aus dem Schneider – Meine schönsten Gedichte“, erschienen im Rosenheimer Verlag
An dieser Stelle schreibt unser Turmschreiber