Tödliche Schüsse auf ein Rindvieh aus einer Polizeiwaffe in der fränkischen Provinz beschäftigen das Landgericht Nürnberg-Fürth. Im Mai 2019 hatte eine Jungkuh den Weg zur Schlachtbank verweigert und war ausgebüxt. Die Ehefrau des Eigentümers rief die Polizei, einer der Beamten nahm die Maschinenpistole zur Hand und erlegte das Tier. Hubertus Freiherr von Crailsheim, Rinderzüchter und Gutsherr, verklagte nun den Freistaat Bayern auf die Zahlung von Schadenersatz in Höhe von 3000 Euro – das ist der Schlachtwert des Tieres. Die Polizisten machen geltend, sie hätten nur Schaden von der Bevölkerung abwenden wollen. Der Besitzer sagt, die Schüsse seien voreilig gefallen. Das Gericht schlug einen Vergleich vor – 1500 Euro vom Freistaat für den Gutsherrn. Doch darauf wollte der Vertreter des Freistaates zunächst nicht eingehen. Eine Entscheidung wird im September verkündet. lby
Weil sie ihr Baby unmittelbar nach der Geburt auf einer Wiese ausgesetzt hat, steht eine 32 Jahre alte Frau seit Dienstag wegen versuchten Totschlags vor dem Augsburger Landgericht. Ihre Verteidigerin kündigte an, dass sich ihre Mandantin zu der Tat äußern werde. Sie sei geistig zurückgeblieben. Der erste Verhandlungstag wurde aber nach wenigen Minuten beendet, weil eine Sachverständige fehlte. Die Mutter hatte das Baby im Juli 2019 nachts allein auf einer Wiese bei Blindheim nordwestlich von Augsburg zur Welt gebracht und dann dort zurückgelassen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Frau ihren Sohn sterben lassen wollte, um sich nicht um das Kind kümmern zu müssen. Der Säugling wurde nach 34 Stunden entdeckt und in lebensbedrohlichem Zustand ins Krankenhaus geflogen. Dort wurde er gerettet. lby
Das von der evangelischen Kirche mitinitiierte Rettungsschiff „Sea-Watch 4“ soll voraussichtlich im August zu seinem ersten Einsatz im Mittelmeer auslaufen. Das Schiff werde von einem breiten Bündnis getragen, in dem alle durch eine Überzeugung verbunden seien: „Man lässt keine Menschen ertrinken“, sagte der Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. „Es machen sich unvermindert Schlauchboote auf den Weg – entsprechend werden laufend Seenotfälle gemeldet.“ Solange es keine staatliche Seenotrettung gebe, werde die Unterstützung der Kirche für private Seenotrettungsorganisationen nicht nachlassen. epd