Mehrarbeit für Lehrer beschlossen

von Redaktion

Kabinett billigt Plan des Kultusministers – BLLV verlangt ein „Signal“ bei der Besoldung

München – Auch erneuter Protest hat nichts genützt: Der bayerische Ministerrat hat am Dienstag das Arbeitszeitkonto für Grundschullehrer und -lehrerinnen beschlossen. Dies bestätigte das bayerische Kultusministerium auf Anfrage. „Damit ist nun auch die formale Grundlage für die bereits zu Beginn des Jahres eingeleiteten Maßnahmen zur Sicherstellung der Unterrichtsversorgung gegeben“, erklärte das Ministerium.

Mit dem Arbeitszeitkonto wird die Mehrarbeit von Grundschullehrern festgehalten, die ab dem kommenden Schuljahr zur Pflicht wird (wir berichteten). Formal gilt die Verordnung ab dem 1. August.

Hintergrund ist der Lehrermangel an den Grundschulen. Das Ministerium rechnet bis zum Jahr 2024 mit einer Lücke von circa 1400 unbesetzten Stellen. Von der Mehrarbeit sind alle Lehrer betroffen, die nicht älter als 58 Jahre sind. Die Stunde Mehrarbeit wird auf dem Konto gutgeschrieben und später zurückgegeben – nach Lage der Dinge ab dem Schuljahr 2028/29. Auch weitere Zwangsmaßnahmen sind geplant, um dem Mangel an Lehrern und Lehrerinnen zu begegnen. So wird zum Beispiel die Möglichkeit zu einem unbezahlten Sabbatjahr gestrichen. Auch die Kriterien für Teilzeitarbeit werden verschärft, Ruhestand künftig erst ab 65 genehmigt. Kultusminister Michael Piazolo (FW) hatte die Pläne im Januar vorgestellt – damals gab es Kritik vornehmlich von betroffenen Pädagogen. Zusätzlich für Ärger sorgt nun, dass Piazolo laut Ministerrats-Unterlagen von seinem Plan ablässt, für eine Angleichung der Gehälter zwischen Grundschul- und Gymnasiallehrern einzutreten. Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann, sagte unserer Zeitung: „Wir warten auf ein Signal, die Besoldung anzugleichen.“ Geschehe dies nicht, werde es schwierig, Studenten vom Lehramt Grundschule zu überzeugen. DIRK WALTER

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