München/Nürnberg – Rund 110 000 Bayern sind im vergangenen Jahr aus der Kirche ausgetreten, die katholische Kirche verlor im Freistaat so viele Mitglieder wie in keinem anderen Bundesland. Doch es gibt auch eine winzig kleine Gegenbewegung: Immerhin mindestens 345 Erwachsene haben sich im vergangenen Jahr in Bayern taufen lassen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter den Bistümern im Freistaat ergab.
Spitzenreiter war das Erzbistum München und Freising mit 111 Erwachsentaufen, gefolgt von Augsburg mit 83, Passau mit 51 und Würzburg mit 49. Das Erzbistum Bamberg zählte 35 Taufen von religionsmündigen Menschen über 14 Jahren und das Bistum Eichstätt nur 16. Aus Regensburg gab es keine konkreten Zahlen.
„In der Regel sind das junge Erwachsene zwischen 20 und 45 Jahren, die schon ihr ganzes Leben lang gespürt haben, dass es da etwas geben muss, aber eben nicht getauft waren, weil sie beispielsweise aus einem nicht-religiösen Elternhaus kommen“, erklärt Jesuitenpater Andreas Leblang von der Glaubensorientierung des Erzbistums München und Freising. Nach Angaben der evangelischen Landeskirche wurden hier im vergangenen Jahr sogar 765 Menschen über 14 Jahren getauft. Doch die Zahlen gehen zurück; 2018 waren es noch 972 und im Jahr 2016 sogar 1482. dpa