Wissenschaftler finden neue Urzeit-Muscheln

von Redaktion

Buttenheim – Experten der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie haben 7000 Muschelfossilien aus einer Tongrube im fränkischen Buttenheim untersucht. Allein aus dieser Fundstelle konnten die Forscher 57 verschiedene Arten aus der Unteren Jura-Zeit vor 185 Millionen Jahre bestimmen. Bei zwei dieser Muschelarten handelt es sich sogar um bisher unbekannte Arten.

Ihre detaillierte Beschreibung der Fossilien veröffentlichten die Forscher nun in der Fachzeitschrift „Palaeontographica“. Mit 57 Arten aus einer einzigen Fundstelle gehört diese Fauna zu den artenreichsten, die aus der Zeit des Unteren Jura weltweit bekannt sind, berichtete das Forscherteam um Professor Alexander Nützel. Die Muscheln hatte hauptsächlich ein Hobbysammler über viele Jahre hinweg zusammengetragen. Für die Analyse wurden sie der Staatssammlung übergeben. Überrascht waren die Wissenschaftler, dass darunter auch zwei neue Gattungen (Paracuspidaria, Eothyasira) und zwei neue Arten (Rollieria franconica sp. nov., Nicaniella schoberti sp. nov.) identifiziert werden konnten. Außerdem ließen sich aufgrund der hervorragend erhaltenen Fossilien einige Arten viel detaillierter beschreiben sowie stammesgeschichtlich und ökologisch exakter einordnen.

Die Muscheln lebten in und auf dem schlammigen Meeresboden. Zusammen mit weiteren Fossilien aus der Tongrube Buttenheim, wie etwa Schnecken und Seelilien, zeichne sich ein immer lebendigeres Bild der Lebensverhältnisse im Jurameer vor 185 Millionen Jahren ab, hieß es.  mm

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