von Redaktion

Parsdorf – Jeden Tag rollt eine Blechlawine auf das Autobahnkreuz München-Ost zu. Und die Statistiker sagen voraus, dass der Verkehr in den kommenden 15 Jahren noch mehr werden wird. Unter anderem, weil direkt daneben Parsdorf (Kreis München) an seinem Riesengewerbegebiet mit BMW und Krauss-Maffei baut.

Den größten Zuwachs prognostizieren die Statistiker für den von Passau kommenden Arm der A 94 – nämlich satte 35 Prozent. Und die meisten Autos werden auf die A 99 abbiegen, weil die Umfahrung den Verkehr um die Landeshauptstadt herumleitet. Deshalb wird das Autobahnkreuz in seiner jetzigen Kleeblatt-Form dieser Belastung nicht mehr gewachsen sein, sagen die Planer. Es gibt zu viele Verteiler- und Verflechter-Fahrbahnen, bei denen sich die Autos beim Spurwechsel gegenseitig im Weg sind, erklärt Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern.

Noch etwas anderes wird die Situation verschärfen: Für den acht Kilometer langen Autobahnabschnitt von Kirchheim bis südlich von Haar steht ein Ausbau auf acht Spuren an. Das gleiche gilt für ein vier Kilometer langes Stück auf der A 94, wo sie die A 99 kreuzt.

Abhilfe schaffen soll nun ein Ausbau zur sogenannten Windmühlen-Form – mit Rampen, die den von Passau kommenden Verkehr schon Richtung A 99 leiten, bevor er sich mit den Fahrzeugen trifft, die von der Ringautobahn kommen. Das gleiche gilt für den Feierabendverkehr in entgegengesetzter Richtung. Der Ausbau des Autobahnkreuzes soll zeitgleich mit dem Ausbau dieser Arme erfolgen.

Momentan stehen die Planungen noch ganz am Anfang, betont Josef Seebacher. Er rechnet nicht mit einem Baubeginn vor 2028. „Wir laufen der Entwicklung hinterher“, betont er. Zunächst stehen Gespräche mit den Anliegerkommunen und -landkreisen an sowie mit Naturschützern und Anwohnern. Im Raum steht auch die Idee, die Kreisstraße EBE 4 zu verlegen, die unter dem West-Arm des Ostkreuzes hindurchführt. So würde Vaterstetten eleganter an die Autobahn angeschlossen. JOSEF AMETSBICHLER

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