Stellenabbau am Flughafen: Betriebsrat wusste von nichts

von Redaktion

München – Die Nachricht, dass am Flughafen München ein massiver Stellenabbau droht, hat den Betriebsrat des Konzerns kalt erwischt. „Betriebsrat und Geschäftsführung sind am gleichen Tag wie der Aufsichtsrat zusammengesessen“, sagt der Vorsitzende Orhan Kurtulan. „Da war von Kündigungen keine Rede.“

Wie wir berichtet hatten, sind rund 20 Prozent der Stellen bei der Flughafen-Gesellschaft FMG in Gefahr. Phasenweise sei in der Pandemie nur noch ein Prozent der geplanten Passagiere in München gestartet und gelandet, auch die Restaurants und Läden am Airport haben mit dramatischen Einbußen zu kämpfen. Die FMG reagierte auf den Bericht unserer Zeitung mit einer Presseerklärung. Die Begriffe „Entlassung“ und „Kündigung“ tauchen darin zwar nicht auf, können aber hineininterpretiert werden. „Exakte Prognosen sind angesichts der fragilen Situation des Luftverkehrs momentan noch sehr schwierig“, schreibt sie. „Vor diesem Hintergrund kann über mögliche Kapazitätsanpassungen am Airport auch erst in den nächsten Monaten im Detail entschieden werden.“ Alle Maßnahmen würden in enger Abstimmung mit den FMG-Gremien und den Arbeitnehmervertretern geplant und sozialverträglich gestaltet.

Der Betriebsratsvorsitzende Kurtulan wundert sich, dass bereits jetzt Stellenstreichungen im Raum stehen. „Die Kurzarbeiterregelung geht noch bis März 2021, wir haben also noch acht Monate“, sagt er. Er hofft, dass die Luftfahrt sich bis dahin „berappelt“ habe.

Bei dem Gespräch mit der Geschäftsführung sei es vor allem um die aktuelle Entwicklung gegangen, berichtet der Chef der Mitarbeitervertretung. Dennoch: „Natürlich sind wir in Sorge.“ Viele FMG-Beschäftigte seien davon ausgegangen, sie hätten einen sicheren Arbeitsplatz, betont der Erdinger OB Max Gotz (CSU). Er erwartet, dass Freistaat und Landeshauptstadt als Miteigentümer „ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden“ und auf Kündigungen möglichst verzichten. HANS MORITZ

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