Anja Vogler-Matauschek, Mutter aus Sauerlach im Landkreis München:
„Ich habe drei Söhne, die auf drei unterschiedliche Schulen gehen, für meinen Jüngsten war das Home-Schooling sicher die größte Herausforderung. Er ist 13 und geht in die 7. Klasse der Realschule. Das selbstständige Arbeiten musste er erst lernen. Seine Lehrer haben sich zwar sehr bemüht – aber natürlich waren die ersten Wochen alle erst mal mit dem Online-Unterricht überfordert. Ich glaube, gerade für meinen Jüngsten war das Home-Schooling aber auch eine Chance. Er hat viel gelernt im Umgang mit Elektronik, im selbstständigen Arbeiten und im Zeitmanagement. Aber natürlich mussten wir als Eltern einen Rahmen dafür liefern und für strukturierte Tagesabläufe sorgen. Die Verantwortung für die schulischen Themen lag plötzlich bei uns.
Fast schwerer war die Zeit, als es dann eine Kombination aus Präsenz- und Distanzunterricht gab. Denn dann war für ihn noch viel mehr Disziplin nötig. Die Lehrer mussten den Fokus stärker auf die Abschlussklassen richten – deshalb bekamen die Jüngeren weniger Feedback. Und natürlich hat auch bei den Schülern die Motivation nachgelassen. Sollte es im kommenden Schuljahr ähnlich weitergehen, wären für den Distanz-Unterricht mehr Kontrollen nötig. Zum Beispiel durch Skype-Stunden, bei denen alle anwesend sein müssen. Außerdem wäre es natürlich eine riesige Hilfe, wenn alle Schüler mit einem einheitlichen System zu Hause unterrichtet werden. Für Eltern ist es schon eine Herausforderung, für jedes Kind mit einem anderen System arbeiten zu müssen.
Für uns war das mit Sicherheit einfacher, meine Kinder sind schon größer. Eltern von Grundschülern mussten in den vergangenen Monaten bestimmt noch viel mehr leisten. Protokoll: Katrin Woitsch