Der mysteriöse Kornkreis

von Redaktion

Fischen – Landwirt Georg Steingruber aus Fischen (Kreis Weilheim-Schongau) traute am Sonntagabend seinen Augen nicht. Auf dem Luftbild, das er extra wegen eines Wildschadens von seinem Weizenfeld unweit der Ammer hatte anfertigen lassen, waren seltsame Kreise und Formen zu erkennen. Steingruber fuhr mit seinem Bruder hin – und staunte. Ein mysteriöser Kornkreis, ausgerechnet in Bauer Steingrubers 3,9 Hektar großem Feld unweit der Straße nach Dießen..

Seit gestern stürmen Besucher das Feld. Stoßstange an Stoßstange standen abends die Autos auf den Feldwegen, viele Münchner Kennzeichen darunter. Die Herkunft der Kreise liegt noch im Dunklen. Wer die Halme derart akkurat niedergelegt hat, weiß Steingruber nicht. „Wir haben wirklich keine Ahnung.“ Denn so lustig ist die Angelegenheit für den Grundbesitzer nicht. Er hat bereits Ärger mit Polizei und Landratsamt in Weilheim. „Wegen der Corona-Regeln.“ Doch neben den Behörden muss der Landwirt auch an das Finanzielle denken: „Wir haben große Ernteausfälle.“ Ihm geht wertvoller Backweizen verloren. Und Stroh, das als Einstreu für die hofeigenen Tiere verwendet wird.

Aus diesem Grund hat Steingruber eine Spendenbox am eigens abgetrennten Eingang aufgestellt. „Wegen des Schadens“, wie er beteuert. Die Wege durch die Halme sind mit rot-weißem Flatterband markiert, um den Massen wenigstens ein bisserl Herr zu werden. „Die Leute laufen querfeldein“, klagt der Feldbesitzer schon jetzt.

Bei allem Verständnis für das Interesse der Menschen an seinem Kornkreis-Feld: Bauer Steingruber sitzt der Zeitplan im Nacken. In zwei bis drei Wochen soll die Ernte auf dem Kornkreisfeld sein. Der Termin werde eingehalten, kündigt er an. Bis dahin wolle er allerdings die seltsamen Figuren auf seinem Weizenfeld möglichst lange der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. „Das ist ja ein Kunstwerk.“ Allerdings bittet er die Besucher, sich an die Hygieneregeln zu halten und vor allem: „Sie sollen nicht auf den Feldern parken.“

Just dieses Feld scheint bei Kornkreis-Künstlern beliebt zu sein: Bereits 2007 zog dort ein Kunstwerk die Massen an. 2014 gab es dann einen Kreis im benachbarten Raisting. VON ANDREAS BAAR

Artikel 9 von 11