Abschiebeflug verschoben

von Redaktion

Fall von iranischem Erntehelfer soll noch einmal geprüft werden

München – Der für Dienstag geplante Abschiebeflug in den Iran ist verschoben worden. An Bord sein sollte auch ein 34-Jähriger aus Markt Indersdorf (Kreis Dachau), der zuletzt als Erntehelfer eingesprungen war. Danach wurde seine Duldung nicht verlängert. Er kam in Abschiebehaft und nach einem Suizidversuch in die geschlossene Psychiatrie (wir berichteten). Asylhelfer und auch die Flüchtlingsorganisation „Matteo – Kirche und Asyl“ hatten sich für den Mann eingesetzt. Der Matteo-Vorsitzende Stephan Reichel hatte sich mit einem Brief direkt an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gewandt – und ihn gebeten, die Abschiebungen während der Corona-Krise auszusetzen. Insbesondere in Risikogebiete wie den Iran, wo das Virus gerade heftig wütet.

Inzwischen hat Reichel eine Antwort aus der Staatskanzlei bekommen – mit einigen sehr allgemeinen Formulierungen und dem Hinweis, dass sein Schreiben ans Innenministerium weitergeleitet wurde. Das Anliegen werde nochmals geprüft. Reichel ist enttäuscht von dieser Antwort. Eigentlich müsste Söder Stellung beziehen, findet er. Zumal bereits die nächste Abschiebung während der Pandemie in Planung ist. Mitte September soll ein Abschiebeflug nach Afghanistan starten.  kwo

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