Großvater stürzt vor Augen der Familie in den Tod

von Redaktion

VON CLAUDIA MÖLLERS

Oberammergau – Eine schöne, eineinhalbstündige Wanderung von der Laber Bergstation über die Schartenköpfe ins Tal wollte am Mittwoch eine sechsköpfige Familie aus Kelkheim im Taunus unternehmen. Großvater (72), Großmutter (65), Sohn (44), dessen Frau (43) und zwei kleinere Kinder waren bei schönem Sonnenwetter mit der Bergbahn auf den gut 1700 Meter hohen Laber bei Oberammergau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) gefahren. Am frühen Nachmittag begann der Abstieg. Laut Martin Zigon, Bereitschaftsleiter der Bergwacht Oberammergau, geht es im ersten Teil der Strecke am Hang entlang, über einen Schotterweg. „Teilweise ist es dort steil.“ Noch im oberen Drittel der Tour kam es zu einem tragischen Sturz, wie Stefan Bolkart vom Kriminaldauerdienst Weilheim unserer Zeitung berichtete. Der 72-jährige Großvater verlor aus bislang ungeklärter Ursache das Gleichgewicht und rutschte über eine steile Grasflanke ungefähr 60 Meter in die Tiefe. Seine 43-jährige Schwiegertochter versuchte noch, den strauchelnden Mann zu halten – doch vergebens. Die Frau kam bei dem Rettungsversuch selber zu Fall und stürzte einige Meter den steilen Abhang hinab.

Wie die Polizei berichtet, kam für den 72-jährigen Mann jede Hilfe zu spät – er starb noch am Berg an seinen schweren Verletzungen. Die Schwiegertochter erlitt schwere Blessuren und musste mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Wie zu erfahren war, zog sie sich bei ihrem Sturz einen Beinbruch und eine Gehirnerschütterung zu. Bergwachtler, Beamte der Alpinen Einsatzgruppe Garmisch-Partenkirchen und eine Streifenbesatzung des Kriminaldauerdienstes Weilheim waren vor Ort im Einsatz. Allein von der Bergwacht waren 15 Männer am Ort des tragischen Unfalls. Sie geleiteten die unter Schock stehenden Familienmitglieder aus Hessen bis zu einem Forstweg, von dem aus sie mit Fahrzeugen ins Tal gebracht wurden. Dort nahmen sich Mitglieder des alarmierten Kriseninterventions-Dienstes der Ehefrau, der Kinder und Enkelkinder des verunglückten Mannes an.

Bei dem Weg von der Bergstation, der an einigen Stellen ausgesetzt sei, handelt es sich laut Bolkart um einen alpinen Steig. „Hier geht es nicht um einen Klettersteig“, bei dem besondere Ausrüstung nötig sei. „Trittsicherheit ist aber erforderlich. Wir reden hier nicht von einem Spaziergang, sondern von einer alpinen Wanderung.“

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