Neuendettelsau – Die Hostienbäckerei im fränkischen Neuendettelsau hat eine Weinhostie auf den Markt gebracht. Weil in Corona-Zeiten beim Abendmahl in evangelischen Kirchen das gemeinsame Trinken aus einem Kelch wegen hygienischer Bedenken nicht möglich ist, sei man auf die Idee gekommen, einen Teil des Wassers im Teig durch Wein zu ersetzen, erklärte die Leiterin der Hostienbäckerei, die Oberin der Neuendettelsauer Diakonissen, Erna Biewald. Die Weinhostie sei ein zusätzliches Angebot, „denn wir guten Protestanten sind so daran gewöhnt, ein Abendmahl in Verbindung mit dem Wein zu sehen“, sagte sie.
Dem Hostienteig Wein beizumischen sei nicht einfach, weil der enthaltene Fruchtzucker beim Backen an den Hostienbackeisen festkleben kann, sagte die Oberin. Nach einigen Versuchen sei man auf das Rezept gekommen, ein Viertel des Wassers durch den üblichen Abendmahlswein zu ersetzen. Die Gottesdienstbesucher sollen sich am Altar der Reihe nach ihre Weinhostien abholen, danach gehen sie zurück an den Platz. Die Hostie packt man aus und nimmt sie dann ein, wenn der Pfarrer mit einem Bibelwort dazu einlädt. „Damit entsteht wieder ein Gemeinschaftsgefühl“, sagte Biewald. epd