Burggen – Das neue Baugebiet in Burggen (Kreis Weilheim-Schongau) steht auf der Kippe. Das Gebiet darf aus Denkmalschutzgründen nicht bebaut werden. Für die Gemeinde bedeutet das ein finanzielles Desaster. Denn sie hat das 10 000 Quadratmeter große Grundstück vergangenes Jahr im Frühjahr gekauft – und inklusive Planungskosten 600 000 Euro investiert. Darauf würde die Gemeinde sitzen bleiben, wenn das Baugebiet nicht kommt.
Besonders pikant: Der Verkäufer des Areals ist der Bruder des Bürgermeisters Josef Schuster. Deshalb habe er sich von Anfang an rausgehalten, betont Schuster. Dennoch habe er häufig den Vorwurf gehört, er habe jemandem aus der Familie „etwas zugeschanzt“.
Das geplante Baugebiet sollte bei der Wallfahrtskirche St. Anna entstehen. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und trägt den Zusatz „St. Anna im Felde“. Wenn die Kirche plötzlich mitten im Dorf stehen würde, würde die ganze Geschichte verfälscht, fürchtet der Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer. Er kann das Vorgehen der Gemeinde nicht nachvollziehen. Ihr sei bekannt gewesen, dass es vom Denkmalamt kein Einverständnis geben wird, betont er. Zudem gebe es in Burggen reichlich andere Flächen, um Baugebiete auszuweisen, ergänzt er. ELKE ROBERT