Studie empfiehlt Luftreiniger in Schulen

von Redaktion

VON DIRK WALTER

München – Es ist gut möglich, dass Schulleiter sich demnächst verständnislose Kürzel zuraunen. Ist jetzt der Trotec Tac V+ oder Viromed V500 besser – und wie war das noch mal mit dem Dyson Pure Hot + Cool Cryptomic? Gemeint sind verschiedene Fabrikate von Raumluftreinigungsgeräten, die in Schulkreisen derzeit als Mittel gegen Corona-Infektionen kursieren. Der Bayerische Philologenverband warb gestern für den Kauf derartiger Geräte. Ähnlich die Grünen-Schulpolitikerin Gabriele Triebel: „Damit können wir den Schulen helfen, die Virenlast im Klassenzimmer deutlich zu reduzieren.“

Philologen und Grüne berufen sich auf eine Studie der Universität der Bundeswehr Neubiberg. Der Professor für Strömungsmechanik, Christian J. Kähler, hatte die Möglichkeit untersucht, mit einer Filteranlage (Trotec Tac V+) Raumluft von Aerosolen zu reinigen. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Aerosolkonzentration in einem Raum mit einer Größe von 80 Quadratmetern innerhalb kurzer Zeit überall auf ein geringes Maß reduziert werden kann“, lautet das Resümee. Gegenüber unserer Zeitung bestätigt Kähler: „Das ist eine technische Lösung, die auf jeden Fall wirkungsvoll ist.“ Aus seiner Sicht mache es für Schulen Sinn, solche Geräte zu kaufen. Die Politik müsse allerdings über Fördermittel nachdenken. Ein Gerät kostet über 4000 Euro.

Raumluftreiniger, die bis zu 1500 Kubikmeter Luft je Stunde filtern können, eigneten sich für Schulen, Büros, Geschäfte, Wartezimmer und andere Aufenthaltsräume. Allerdings gibt es eine Reihe von Einschränkungen: Die Filterleistung sei abhängig von der Geometrie des Raumes. „Insbesondere lang gestreckte Räume lassen sich schlechter filtern“, heißt es in Kählers Studie. Hier müssten eventuell zwei oder mehr Anlagen aufgestellt werden. Außerdem müsse der Filter in dem Gerät einmal täglich eine halbe Stunde lang auf 100 Grad aufgeheizt werden, „damit der Raumluftreiniger nicht zur Virenschleuder wird“. Das sei aber eigentlich kein Problem, sagt Kähler, weil das Gerät dies automatisch mache.

Das Institut für Strömungsmechanik testet derzeit noch ein weiteres Gerät (Viromed V500) und will danach noch die Leistung von zehn weiteren Geräten analysieren.

Skeptische Stimmen gibt es allerdings auch. Heinz-Peter Meidinger vom Deutschen Lehrerverband mahnt zur Vorsicht „gegenüber angeblichen Patentrezepten“. „Die Schulen können sich derzeit kaum retten vor Angeboten von Firmen.“

Auch Kähler schränkt ein: Eine Mund-Nasen-Bedeckung der Schüler im Unterricht sei trotzdem sinnvoll, schließlich könne ein infizierter Schüler sein Gegenüber auch direkt annießen. Aber das Tragen einer eng sitzenden FFP2-Maske lasse sich bei Einsatz eines Raumluftreinigers vermeiden.

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