Gebannt schauten Waldkauz Ulrich und ich einer Ameise zu. Sie schleppte ein Blatt, das viel größer war als sie selbst. „Ganz schön stark, die Kleine“, krächzte Ulrich. „Haben Ameisen Superkräfte?“, fragte ich ihn. „Kommt darauf an, was man darunter versteht“, meinte er. „Was stimmt, ist: Sie sind ziemlich stark für ihre geringe Größe. Stell dir vor, die kleinen Insekten können das Dreißig- bis Fünfzigfache des eigenen Körpergewichtes schleppen.“ Das wäre also so, als würde ein Mensch eben mal so einen Elefanten auf seinen Rücken wuchten und herumtragen. Nur: Dabei müsste er nicht nur den Elefanten, sondern auch sein eigenes Gewicht tragen. „Da haben es Ameisen besser. Sie sind richtige Leichtgewichte“, kauzte Ulrich. Zehn von ihnen würden zusammen lediglich ein Gramm auf die Waage bringen. Im Verhältnis zu ihrer Körpergröße ist auch ihre Muskelkraft größer. Ameisen gelten übrigens auch als „Gesundheitspolizisten“ des Waldes. Sie helfen nicht nur, den Boden schön luftig und locker zu halten. „Sie fressen auch kleinere Insekten“, erklärt mir Ulrich. „Oft sind das solche, die den Bäumen im Wald schaden würden.“ So helfen sie diesen Pflanzen – obwohl es ihnen eigentlich nur darum geht, sich den Bauch vollzuschlagen. Eure Paula