Fünf Jahre ist es her, dass Deutschland und ganz Europa vor eine gewaltige Aufgabe gestellt wurden – die bis heute noch nicht wirklich gelöst ist. Die Bilder vom Münchner Hauptbahnhof sind unvergessen. Bilder der Menschlichkeit – aber auch Bilder eines völlig überlasteten Systems.
2015 war in jeder Hinsicht ein Sommer der Extreme. Einer, der die Frage aufwarf, wie viel Zuwanderung eine Gesellschaft verkraften kann und will. Viele Fehler wurden gemacht, auf beiden Seiten. Nicht jedem Flüchtling wurde ausreichend geholfen – aber auch nicht jeder Flüchtling war dankbar für das, was er hier an Hilfe bekam. Unschöne Bilder zum Beispiel sind in Erinnerung von der Silvesternacht 2015, als es in Köln zu einer Serie von sexuellen Übergriffen kam – überwiegend durch junge Männer aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum. Es gibt Berichte von Helfern aus Unterkünften, in denen Gewalt Alltag war. Die Moralvorstellungen, die mitunter so gar nicht zu unseren passen, frustrierten auch so manchen erfahrenen Helfer. All das muss im Gedächtnis bleiben, soll Integration auf Dauer wirklich gelingen.
Aber es gibt auch die vielen positiven Erfahrungen. Mit Flüchtlingen, die dem Krieg in ihrer Heimat entflohen und ihren Platz in unserer Gesellschaft gesucht und gefunden haben. Es sind oft kleine Geschichten, die sich ganz lokal abspielen, in einem kleinen Ort irgendwo in Bayern. Diese Geschichten wollen wir hier erzählen – oder besser erzählen lassen: von beteiligten Helfern von damals, aber auch von Unternehmern aus der Region.