Nürnberg – Um die Frau zurückzugewinnen, war er angeblich zu allem bereit – sogar einen Pakt mit dem Teufel würde er eingehen, schrieb er in einer Chat-Nachricht. Und genau das verlangte die Frau nach Auffassung der Staatsanwaltschaft von ihm: Sie habe ihn dazu angestiftet, ihren Geliebten zu ermorden. Der 27-Jährige starb vor mehr als einem Jahr nach zahlreichen Messerstichen und Schlägen gegen den Kopf. Ein Pilzsammler fand die Leiche in einem Wald in der Nähe von Nürnberg.
Wegen des gewaltsamen Todes des Mannes müssen sich der 32-Jährige und die 33-Jährige seit gestern vor dem Nürnberger Landgericht verantworten. Nach Ansicht der Ermittler sollen die beiden Deutschen auch geplant haben, den Ehemann der Frau zu töten. Doch dazu sei es nicht mehr gekommen, sagte Staatsanwalt Simon Kroier. Die Polizei nahm beide kurz nach der Tat fest, sie sitzen seitdem in U-Haft.
Am ersten Prozesstag äußerte sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen. Bei der Polizei hatte er diese bestritten. Der Verteidiger der Frau sagte, seine Mandantin sei unschuldig. Fünf Jahre sollen die beiden Angeklagten ein Paar gewesen sein, dann trennten sie sich. Die Frau war damals schon verheiratet. Auch der Angeklagte heiratete später. Trotzdem habe er wieder eine feste Beziehung mit seiner einstigen Geliebten haben wollen, sagte Kroier. In Chat-Nachrichten habe er täglich mehrfach seine Liebe beteuert und erklärt, ihr alle Wünsche zu erfüllen. Die Angeklagte habe nach einiger Zeit die Liebesbekundungen erwidert, sagte Kroier. Immer wieder habe sie geschrieben, ihr Ehemann und ihr Geliebter müssten verschwinden, und es müsse was gemacht werden. Schließlich habe sich der Angeklagte unter einem Vorwand mit dem Opfer getroffen und dieses getötet. Für den Prozess sind 24 Verhandlungstage angesetzt. lby