Ottobrunn – 48 Stunden soll es eigentlich maximal dauern, bis das Ergebnis eines Corona-Tests vorliegt. Eigentlich. Bei Isabelle Maier aus Ottobrunn (Kreis München) waren es aber 312 Stunden. Also 13 Tage. „Nachdem die Quarantäne eh beendet ist, hat mir das Ergebnis dann auch nichts mehr gebracht“, sagt die junge Frau entnervt.
Am Montag vor zwei Wochen ist sie aus den USA zurückgekommen und am Flughafen München gelandet. Dort hat sie sich in der Station des Dienstleisters Ecocare testen lassen. Seitdem ist aber so gut wie nichts passiert: Zwischenzeitlich kam lediglich eine kurze E-Mail zurück, in der ihr lapidar für ihre Geduld gedankt wurde. Der Befund, ob sie an Covid-19 erkrankt ist oder nicht: Der blieb lange Zeit aus. Obwohl die Ottobrunnerin immer wieder nachgefragt hat. „Ich bin immer noch richtig sauer“, sagt die 29-Jährige verständnislos. Schließlich dauert eine Quarantäne ohne Abstrich auch nur 14 Tage. Das heißt: Den Test hätte sie sich so gut wie sparen können.
Das Gute: In der Wartezeit hatte Maier keine Symptome. Trotzdem war es für sie nervig, das Haus nicht verlassen zu können. Im Ausland hatte Maier Ende August mitbekommen, dass es Probleme bei der Ergebnis-Übermittlung in Bayern gibt. Konkret auch bei der Teststation am Flughafen. Die Vielzahl der Abstriche von Reiserückkehrern war für die Dienstleister und Labore anscheinend schwer zu händeln. Immer mehr Verzögerungen wurden bekannt: Etwa 10 000 Menschen haben, wie berichtet, zwischenzeitlich länger als 48 Stunden auf ihr Testergebnis warten müssen. „Ich dachte aber, dass man die Probleme in den Griff bekommen hat.“ Noch am Samstag vergangene Woche hatte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml nämlich genau das gegenüber den Medien behauptet: Es gebe an der Flughafen-Station keine Probleme mehr. Und: Die „Befundübermittlung“ sei, erklärte Huml am 5. September, inzwischen abgeschlossen.
Eine Aussage, über die Maier nur lachen kann. „Wie gut, dass ich derzeit daheim bin“, sagt die Mutter. „Müsste ich das alles einem Arbeitgeber erklären, hätte ich ein Problem.“ Bitter: Die junge Frau war nicht zum Urlaubsvergnügen in Kalifornien, sondern bei ihrer Familie, die teilweise in den Staaten wohnt. Ihr Mann ist mit ihrem vierjährigen Kind noch dort geblieben. Sie kam zu ihrem einjährigen Kind zurück. Da die USA mit über 6,3 Millionen Corona-Infizierten als Risiko-Gebiet gelten, war der Test verpflichtend. In den vergangenen Wochen wurden über 140 000 Abstriche am Flughafen gemacht. 1546 Befunde (Stand 6.9.) waren laut dem Landesamt für Gesundheit positiv. Bei wie vielen Tests aktuell ein Ergebnis noch aussteht? Dazu gab es keine Antwort von den Behörden. NADJA HOFFMANN