München – Rund einen Monat vor dem verschobenen Landesjägertag des Bayerischen Jagdverbands gibt es einen Wechsel im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur. Roland Weigert, FW-Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, hat überraschend angekündigt, seine Kandidatur zurückzuziehen. Für das von ihm vertretene „Team Zukunft“ im Jagdverband tritt stattdessen der CSU-Landtagsabgeordnete Ernst Weidenbusch an.
In einer Mitteilung des „Teams Zukunft“ von gestern heißt es, Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) hätten Weigert gebeten, wegen der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie ebenso wie andere Kabinettsmitglieder derzeit keine ehrenamtliche Spitzenfunktion wahrzunehmen. Diesem Wunsch werde Weigert nachkommen. Er bleibe jedoch Mitglied im „Team Zukunft“.
Ernst Weidenbusch hatte sich bislang als künftiger Justiziar zur Wahl gestellt, nun nimmt er den Präsidenten-Posten ins Visier. Der 57-Jährige Rechtsanwalt und CSU-Politiker aus der Nähe von Salmdorf im Landkreis München ist seit 2003 Abgeordneter im Landtag. Die Entscheidung des Kabinetts zu den Ehrenamtsposten sei für ihn durchaus überraschend gekommen, sagt er auf Nachfrage. So lässt etwa auch Gesundheits-Staatssekretär Klaus Holetschek sein Amt als Vorsitzender des Heilbäderverbands ruhen. Aber das Team habe ihn überzeugt, die Kandidatur anzutreten, sagt Weidenbusch. „Ich will mich für ein Miteinander von Wald und Wild sowie von allen Beteiligten einsetzen“, sagt er. Wichtig sei dabei auch, die Differenzen, die es in der Vergangenheit zwischen den vielen Akteuren im Wald gab, zu überwinden.
Weidenbusch tritt gegen seinen Parteikollegen Thomas Schreder an, der den Verband derzeit übergangsweise führt, nachdem der langjährige Präsident Jürgen Vocke seine Ämter wegen Untreue-Vorwürfen ruhen lässt. Die Wahl des neuen Präsidiums soll am 17. Oktober in der Messe Nürnberg stattfinden, nachdem der ursprünglich für März geplante Landesjägertag in Lindau wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste. Dabei könnte sich die Liste der Kandidaten noch erweitern, denn selbst am Wahltag können sich Interessenten noch für den Präsidenten-Posten bewerben. dg