Hochschulstart: Maximal 200 Personen im Hörsaal

von Redaktion

Wissenschaftsminister stellt neues Konzept für Wintersemester vor – Digital-Lehre bleibt erhalten

München – Heute beginnt die Vorlesungszeit an den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und den Technischen Hochschulen in Bayern – und damit eine neuerliches Corona-Semester unter erschwerten Bedingungen. Wissenschaftsminister Bernd Sibler betonte dazu: „Ich möchte zurück zu mehr Normalität an bayerischen Hochschulen.“ Wie das gelingen soll, erklärte er gestern in München.

Das Sommersemester 2020 mitten im Lockdown und mit digitaler Lehre sei „anstrengend, außergewöhnlich, aber auch sehr erfolgreich“ verlaufen, so Sibler. Doch nun wünschen sich die Hochschulen wieder „mehr Miteinander vor Ort, mehr Diskurs, mehr persönliche Begegnungen“. Hochschulen bedeuteten eben nicht nur Lehre, so folgerte Sibler, sondern auch: soziale Beziehungen. Ein Fazit, dass die meisten Studierenden wohl sofort unterschreiben würden.

Und so dürfen die Hochschulen im kommenden Semester wieder Präsenzveranstaltungen anbieten. Bis zu 200 Personen sollen in einer Veranstaltung erlaubt sein, selbstverständlich mit Hygienekonzept, erklärte Sibler. Besonders für die Studienanfänger sei der persönliche Austausch wichtig, um sich neu einzufinden, wie auch für die Studierenden kurz vor dem Abschluss, die oft praxisorientiert arbeiten müssen – und somit soll es gerade für diese beiden Gruppen viele Angebote vor Ort geben. An der Hochschule München werden demnach etwa ein Fünftel der Veranstaltungen in Präsenz, vier Fünftel online stattfinden; und vor allem Studienanfänger „sollen möglichst viel Gelegenheit zum persönlichen Kontakt haben“, so ein Sprecher.

Wegen der Pandemie könne man aber noch nicht zur „vollständigen Normalität“ zurückkehren, so Sibler. Und: Man will auch gar nicht mehr. Denn die Hochschulen haben einiges aus dem Corona-Sommersemester, dass so plötzlich digital stattfinden musste, gelernt. Es habe einen „enormen Schub in Richtung digitaler Lehre gebracht“, so Sibler. Über 90 Prozent des Lehrangebots konnte digital angeboten werden. Diese Erfahrungen sollen nicht umsonst gewesen sein. „Diese Errungenschaften wollen wir dort, wo es sinnvoll ist und erfolgreich war, beibehalten“, so der Wissenschaftsminister. Es soll ab jetzt eine Mischung aus digitalen und realen Kursen geben.

Trotzdem: „Der Gesundheitsschutz muss an erster Stelle stehen“, so Sibler. Die Infektionszahlen werden beobachtet, in jeder Hochschule gibt es ein Konzept für den Fall, dass wieder strengere Regeln gelten.

Anschließend berichtete der Minister von den 35 neuen Studiengängen, die neu starten: die meisten technisch wie Robotik, Künstliche Intelligenz und Umwelttechnologie; aber auch vier im Bereich Pflege. An den Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen ist rund ein Drittel der Studierenden in Bayern eingeschrieben; die Vorlesungszeit in den Universitäten startet am 2. November. NINA PRAUN

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