Faktencheck: Schaden Masken Kindern?

von Redaktion

Schweinfurt – Seit Tagen wird in sozialen Medien im Internet ein angeblich tragischer Todesfall verbreitet. Ein sechsjähriges Mädchen soll im fränkischen Schweinfurt durch das Tragen einer Maske erst bewusstlos geworden und dann gestorben sein. Die Polizei in Unterfranken hat dies bereits als „Internetmärchen“ dementiert. Dennoch werden Fälle dieser Art immer wieder verbreitet. Auch von dem angeblich maskenbedingten Tod zweier Kinder in Ostfriesland und in Wiesbaden ist in sozialen Netzwerken die Rede. Die zuständigen Staatsanwaltschaften teilten allerdings mit, dass ihnen keine solchen Fälle bekannt seien. Doch was ist dran an der Behauptung, dass das Tragen einer Alltagsmaske eine Gefahr für die Gesundheit der Kinder darstellt?

„Unmöglich“ sei es, dass ein Kind durch das Tragen einer Alltagsmaske ums Leben kommen könne, sagt der Berliner Mediziner und Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske. Auch kleine Kinder könnten einen Mundschutz tragen. „Das ist gar kein Problem“, erklärt der Experte.

Angenommen, ein Kind würde tatsächlich nicht genügend Sauerstoff oder zu viel CO2 einatmen, dann würde es müde werden und sich abgeschlagen fühlen, so der Mediziner. In diesem Fall würde das Kind die Maske von allein abnehmen. „Davon stirbt man aber auf gar keinen Fall“, erklärt der Experte, denn: „Das CO2 ist ein Gas und bleibt im Stoff nicht hängen.“ Dominic Dellweg, Chefarzt für Pneumologie am Fachkrankenhaus Kloster Grafschaft, veranschaulicht das: „Wenn Luft durch die Maske geht, gehen auch Sauerstoff und CO2 durch.“ Auch er schließt aus, dass ein gesundes Kind durch die Verwendung einer Alltagsmaske stirbt.

Aber warum atmet man mit Maske schlechter? Eine Maske stellt allgemein einen Widerstand für die Atmung dar. Dadurch erhöhe sich die Atemanstrengung und das Gehirn könne eine Luftnot melden, erklärt Dellweg. Deshalb rät er zu einer „sehr gut durchatembaren“ Maske für Kinder. Allgemein gilt für Kinder, die noch nicht das Grundschulalter erreicht haben, eine „Kann-Empfehlung“ für Masken, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Säuglinge sollten der Empfehlung zufolge keine Maske tragen.

Bei Kindern, die aufgrund einer Erkrankung in ihrer Herz- oder Lungenfunktion eingeschränkt sind, soll das Risiko der Maske individuell mit dem Arzt abgeklärt werden. Ein Beispiel: Asthmakranke Kinder können bei einem Anfall in Atemnot geraten. In so einem Fall verschlechtert die Maske nach Worten von Dominic Dellweg die Situation.  dpa/mm

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