Autofahrer überfährt einen Wolf

von Redaktion

Schärding/Passau – Am Samstagvormittag erhielt Bezirksjägermeister Franz Konrad Stadler aus dem Bezirk Schärding (Oberösterreich) am Inn einen Anruf von einem Bauern. „Da liegt ein Tier auf dem Feld, es sieht aus wie ein großer Hund. Es ist tot.“ Franz Konrad Stadler fuhr zu dem vom Bauern genannten Acker zwischen Ludham und Münzkirchen, wenige Kilometer östlich der bayerischen Grenze. Und identifizierte einen Wolf. „Er lag etwa 300 Meter von einer kleinen Straße entfernt“, sagt Stadler, „er dürfte angefahren worden und dabei schwer verletzt worden sein.“ Der Vierbeiner schleppte sich dann wohl noch 300 Meter weiter, ehe er an dieser Stelle verendete. Stadler: „Spuren von diesem Todeskampf sind erkennbar, das tut einem schon weh, wenn man das sieht.“

Es wäre der erste Wolf in der Region, Stadler ist sich zu 99,9 Prozent sicher, dass es sich bei dem Kadaver um einen Wolf handelt. „50 bis 60 Kilo schwer, ein Rüde, rund ein Jahr alt.“ Der Bezirksjägermeister hält es für sehr wahrscheinlich, dass er vom Nationalpark Bayerischer Wald ins österreichische Innviertel eingewandert ist. „Es sind ja nur 50 Kilometer.“ Näheres wird nun eine DNA-Untersuchung ergeben, deren Ergebnis noch abgewartet werden muss..

Der Nationalpark feiert am Mittwoch sein 50-jähriges Bestehen. Dort ist man stolz auf zwei Wolfsrudel, die wieder frei im Nationalpark leben. Die Nachricht vom toten Wolf dürfte die Feierstimmung ein wenig trüben. Ein Veterinär der Uni Wien hat den Kadaver abgeholt, um zu klären, woher der Wolf stammt. Und auch der Wolfsbeauftragte des Landes Oberösterreich war vor Ort. Stadler: „Die haben auch alle Daten bereits gespeichert. Das ist eine europaweite Datei mit allen Infos zu allen bekannten Wölfen.“

Von etwaigen Rissen war in der Gegend bis zu diesem Zeitpunkt nichts bekannt. Was aber in der Jägerschaft für Gesprächsstoff sorgte: „Es gab schon Hinweise darauf, dass es wieder Wölfe bei uns in der Region geben könnte. Die Rehe waren in letzter Zeit unruhiger“, sagt Stadler. Zudem wurde bekannt, dass ein Rehbock wohl durch ein Raubtier angegriffen worden war. Interessant wäre für die Behörden, Näheres zum Unfall zu erfahren. Doch der Autofahrer, der den Wolf angefahren hat, will wohl unerkannt bleiben. Die örtliche Polizei wartet seit Tagen auf die fällige Meldung eines Wildunfalls.  mc

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