Bonn/Tussenhausen – Die Deutsche Telekom hat zusammen mit dem Unternehmen Stratospheric Platforms Limited (SPL) eine fliegende Mobilfunkstation getestet. Das mit Antennen ausgestattete, ferngesteuerte Flugzeug sei Anfang Oktober ausgehend vom Flugplatz Tussenhausen in einer Höhe von etwa 14 Kilometern über das Allgäu geflogen, teilte die Telekom am Montag mit. Demnach konnte mit einem Smartphone über das Flugzeug eine 4G-Verbindung mit dem Netz der Telekom hergestellt werden. Sprach- und Videoanrufe sowie Surfen im Internet seien möglich gewesen. Laut Telekom handelte es sich weltweit um den ersten erfolgreichen Test dieser Art.
„Gerade in Bereichen, die durch klassische Mobilfunkmasten nur schwer zu erschließen sind, werden fliegende Basisstationen eine sinnvolle und kosteneffiziente Ergänzung unseres Mobilfunknetzes sein“, wird Bruno Jacobfeuerborn zitiert, SPL-Aufsichtsratsmitglied und Geschäftsführer der Telekom-Tochter Deutsche Funkturm. Laut Mitteilung kann ein Flugzeug in großer Flughöhe Funkzellen von bis zu 100 Kilometern Durchmesser versorgen. Etwa in Funkschatten von Gebirgen könne diese Technik für Empfang sorgen.
SPL arbeite mit anderen Partnern an der Entwicklung eines wasserstoffbetriebenen, ferngesteuerten Flugzeugs. Der erste Flug sei für Mitte 2022 geplant. Andere Firmen haben bereits ähnliche Experimente durchgeführt. Facebook hatte die Entwicklung seiner hoch fliegenden Internet-Drohne namens „Aquila“ allerdings 2018 aufgegeben. Die Google-Mutter Alphabet arbeitet unter dem Titel „Loon“ an der Internet-Versorgung mithilfe von hoch fliegendenden Ballons. afp