Der Wanderberg am Chiemsee

von Redaktion

Auch ohne Seilbahn ist der Hochgern gut zu bewältigen

Der Hochgern im Landkreis Traunstein erhebt sich 1748 Meter hoch über den Chiemsee und gehört zu den Chiemgauer Alpen. Sein Gipfel ist außergewöhnlich grün, hinauf kommt man mangels Seilbahn nur zu Fuß. Aber das ist gut machbar, denn der Hochgern ist ein eher unschwieriger Berg mit markierten Wegen.

Der Münchner Namenforscher Wolf-Armin von Reitzenstein hat verschiedene Belege, die erklären, woher der Hochgern seinen Namen hat. Über die Jahrhunderte gab es zwei Ansätze. Zum Teil wurde eher die Alm beschrieben, zum Teil die Bergspitze.

Der älteste Beleg findet sich laut Reitzenstein auf der sogenannten Apian-Karte von 1566. „Weitalem mons“ steht dort als Bezeichnung. „Der Berg wird hier also nicht durch den Gipfel bezeichnet, sondern durch den Almbereich“, erklärt Reitzenstein. Die Bauern interessierten sich damals eben nicht für Gipfel, sondern für die Flächen darunter, die man vom Vieh beweiden lassen konnte. „Weitalem“, erklärt Reitzenstein, sei dabei als Alm zu lesen, die sehr weit ist, also besonders groß.

Auf einer Karte von 1671 ist der Berg als „Weit Alm“ eingezeichnet. Auch hier geht es also ums Grün.

1748/49 findet sich in einer Quelle erstmals „Hochgern“ sowie „Alm Gern“. Also einmal der Gipfel und einmal eine Mischung aus Alm und Spitze. Das Wort Gern bezeichne in alter Sprache eine dreieckige Flur, erklärt Reitzenstein – abgeleitet von der germanischen Waffe Ger, deren tödliches Ende meist einem Dreieck ähnlich spitz zulief.

1774 findet sich in einer alten Tiroler Karte der Name „Hoch Gehrn Berg“, in anderen Quellen „Hohe Gern“ (1796), „Hochgern“ (1801-1806) und „Weitalm“ (1806). Durchgesetzt hat sich am Ende die Gipfelvariante. Ganz hinauf auf den Berg ist am Ende halt doch faszinierender. WOLFGANG HAUSKRECHT

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