„Gelebte Solidarität“: Preise für Integrations-Projekte

von Redaktion

München – Sie dolmetschen, sie sammeln Kleiderspenden oder setzen sich für eine gewaltfreie Kommunikation ein. Jedes Jahr zeichnet die Regierung von Oberbayern Initiativen für besonderes Engagement bei der Integration aus. Auch dieses Jahr gingen die Preisgelder in Höhe von 750, 900 oder 1150 Euro an sechs Gruppen. Persönlich konnten sie ihre Projekte wegen des hohen Infektionsgeschehens nicht vorstellen. Regierungspräsidentin Maria Els hat den Festakt auf Januar verschoben. Doch schon jetzt gibt es auf der Homepage der Regierung von Oberbayern eine virtuelle Ausstellung, in der sich alle 52 Initiativen, die sich für den Preis beworben hatten, vorstellten.

Unter den sechs Preisträgern ist der Kleiderladen für Geflüchtete und sozial Bedürftige aus Erdig. Der Verein, der Kleider organisiert und weitergibt, ist inzwischen auf 125 Mitglieder gewachsen. Unter den Helfern sind 35 Geflüchtete. Sie haben selbst einmal diese Hilfe bekommen und möchten nun etwas zurückgeben. Besonders während der Pandemie hat sich die Flüchtlingshilfe Erding engagiert. Die Mitglieder haben Lebensmittel bei der Tafel ausgegeben und hunderte Alltags-Masken für Pflege- und Behinderteneinrichtungen genäht. Dafür erhielten sie den Corona-Sonderpreis.

Ausgezeichnet wurde ebenfalls das Rosenheimer Patenprojekt „Jugend in Arbeit“. Die rund 200 Ehrenamtlichen unterstützen schwächere Schüler auf dem Weg zum Abschluss und beim Einstieg ins Berufsleben. Paten helfen den Jugendlichen aller Nationalitäten beim Lernen und motivieren sie, ihre Ziele zu verfolgen. Das Projekt erhielt ein Preisgeld über 1150 Euro.

Die weiteren Preise gingen an den Münchner Verein Juno, der Sportangebote für geflüchtete Frauen organisiert, an den Asylhelferkreis Aresing (Kreis Neuburg-Schrobenhausen), der Geflüchteten seit Jahren mit vielen Initiativen die Integration erleichtert, an die Laiendolmetscher aus dem Berchtesgadener Land, die zu Elternabenden, Behördengängen oder Arztterminen begleiten sowie an die Grund- und Mittelschule Buchbach (Kreis Mühldorf am Inn), die Projekte gegen Rassismus, Ausgrenzung und Extremismus entwickelt hat. „Sie alle leben Migranten auf besondere Weise unsere Werte der Solidarität und Mitmenschlichkeit vor“, dankte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) den Initiativen. Maria Els ergänze: „Alle Projekte fördern Austausch, Begegnung, gegenseitigen Respekt und Gemeinschaft. Die Pandemie macht uns bewusst, wie sehr es auf diese Werte ankommt.“ kwo

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