München – Die 7-Tage-Inzidenz ist der maßgebliche Faktor, wenn es darum geht, ob in einzelnen Regionen die Corona-Maßnahmen gelockert oder verschärft werden. Ab einer Inzidenz von 200 gilt gemäß der neuen bayerischen „Hotspot-Strategie“ zum Beispiel in der Regel Wechselunterricht an den Schulen ab der 8. Jahrgangsstufe. Nachdem in Oberbayern aber einige Landkreise gerade um die Grenzwerte kreisen, stellt sich wie schon in der Vergangenheit die Frage: Welcher Inzidenzwert wird bei der Einstufung herangezogen? Der vom örtlichen Landratsamt errechnete Wert? Die Zahl des Landesamts für Gesundheit (LGL)? Oder die Zahl des Robert-Koch-Instituts (RKI)? Denn häufig weichen diese Zahlen nicht unerheblich voneinander ab.
Das bayerische Gesundheitsministerium stellt nun klar: Entscheidend sind am Ende die Zahlen des Robert-Koch-Instituts, die täglich für ganz Deutschland mit Stand 0 Uhr im Netz veröffentlicht werden. So ist es nach Ministeriumsangaben im neuen, bundesweit gültigen Bevölkerungsschutzgesetz geregelt. Dadurch kann es etwa sein, dass ein Landratsamt in seiner eigenen Berechnung zwar über einem bestimmten Schwellenwert liegt – Maßnahmen müssen aber erst ergriffen werden, wenn sich diese Zahlen auch beim RKI niederschlagen.
Dass die Zahlen bei den verschiedenen Stellen regelmäßig voneinander abweichen, hat verschiedene Gründe (wir berichteten). Immer wieder kommt es offenbar zu Meldeverzug, teils bewerten die Ämter unterschiedlich, für welchen Tag eine Infektion gemeldet wurde, was wiederum die Inzidenzzahl verschiebt.
Weil die Inzidenzzahlen des Robert-Koch-Instituts nun aber die maßgeblichen sind, werden wir in unserer täglichen Übersichtskarte für die Regionen im südlichen Oberbayern ab sofort auf diese Werte zurückgreifen – auch wenn sie möglicherweise von den Berechnungen des LGL oder der örtlichen Behörden abweichen. mm