Lia Schneider-Stöckl wohnt in Ebenhausen. Mit dem Ortsteil von Schäftlarn im Landkreis München ist sie sehr verbunden. Die Juristin hat sogar Bücher über ihr Heimatdorf geschrieben.
Frau Schneider-Stöckl, Sie wurden in Ebenhausen geboren. Haben Sie denn nie überlegt, mal woanders hinzuziehen?
Ich bin sozusagen eine der letzten Eingeborenen. Während meines Studiums habe ich in Italien und München gelebt und ich bin gerne in der ganzen Welt unterwegs. Mein Lebensmittelpunkt ist aber Ebenhausen.
Was ist so besonders an Ihrem Heimatort?
Es ist die einzigartige Lage unweit von München, nahe des Starnberger Sees, die Isartallandschaft, die Nähe der Alpen und die ganz besondere Luft, die Ebenhausen schon früh zum Luftkurort werden ließ. Und auch die aufgeschlossenen, weltoffenen und traditionsbewussten Menschen, die hier leben.
Gibt es auch etwas, das fehlt?
Schön wäre, wenn unser „Gasthaus zur Post“ als Treffpunkt für alle wieder öffnen würde. Auch wären ein baldiger barrierefreier Zugang und die Verschönerung des S-Bahnhofs sowie die Wiederertüchtigung des historischen Kirchwegs von Ebenhausen ins Kloster Schäftlarn sehr wünschenswert.
Wie kam es, dass Sie ein Buch über Ebenhausen geschrieben haben?
Das Buch „Ebenhausen im Isartal“ habe ich geschrieben, um die reiche Geschichte von Ebenhausen aufzuzeigen und auch unser aller Verantwortung zur Erhaltung der einzigartigen Isartallandschaft zu schärfen. Bei meinen Recherchen entdeckte ich den Roman „Die Bauernfürstin“, der um 1900 in der bäuerlichen Gesellschaft des Isartals und in München spielt. Dieses einzigartige Zeugnis der damaligen Zeit haben wir mit historischen Anmerkungen und reicher Bebilderung versehen.
Welches Fleckerl im Ort gefällt Ihnen besonders?
Da gibt es viele, zum Beispiel beim Sanatorium mit weitem Blick in die Berge. Mein Lieblingsplatz ist das Schneiderplatzerl. Hier kann man dem bunten Treiben des Ortes zusehen, das sich aus Besuchern der dortigen Geschäfte und Praxen, Bahngästen, Kirchgängern und Pilgern auf dem vorbeiführenden Jakobsweg zusammensetzt.
Haben Sie Tipps für Zugezogene?
Die vielfältigen Angebote der Vereine nutzen und Veranstaltungen im Ort besuchen.
Interview: Franziska Florian