Marx stiftet halbe Million Euro für Missbrauchsopfer

von Redaktion

München – Der Münchner Kardinal Reinhard Marx gründet eine Stiftung für Betroffene sexuellen Missbrauchs in der Kirche. Er habe sich entschlossen, dafür „den allergrößten Teil“ seines Privatvermögens aufzuwenden, insgesamt 500 000 Euro, erklärte Marx. Das Geld habe er in 40 Jahren angespart. Die Stiftung trägt den Namen „Spes et Salus“ (Hoffnung und Heil). Sie soll laut Satzung einen Beitrag zur „Selbstermächtigung“ der Betroffenen leisten. Diese würden „gleichberechtigt“ an der Ausgestaltung der Leistungen beteiligt.

Den Vorsitz des Stiftungsbeirats, dem auch ein Betroffener angehören wird, übernimmt der frühere Münchner Generalvikar Peter Beer, der seit einigen Monaten am Zentrum für Kinderschutz (CCP) der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom arbeitet. Mit dem CCP soll die Stiftung kooperieren. Das Geld stammt laut Marx aus seinen Bezügen, die er in den vergangenen Jahrzehnten für seine Tätigkeiten als Institutsdirektor, Professor und Bischof erhalten hat. Der 67-Jährige sagte, er hoffe, dass sich andere mit ihren finanziellen Mitteln und Ideen der Initiative anschlössen.

„Sexueller Missbrauch im Verantwortungsbereich der Kirche ist ein Verbrechen“, so der Kardinal. „Das System Kirche als Ganzes ist hier schuldig geworden. Die Einsicht in diese Wahrheit hat lange gebraucht und dauert noch an. Auch für mich selbst hat es einer Lerngeschichte bedurft, um das Ausmaß und den Umfang von Missbrauch in der Kirche wahrzunehmen und zu erkennen.“ Umso mehr sei es ihm ein Anliegen als Kardinal und Erzbischof, aber auch als Privatperson, „alles mir Mögliche zu tun, um Missbrauch zu bekämpfen und aufzuarbeiten“.

Als Münchner Erzbischof ist Marx der staatlichen Besoldungsgruppe B 10 zugeordnet. Die aktuelle Tabelle weist ein Monatsbrutto von 13 654 Euro aus.  kna

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